20.000 Zivis stellten keinen fristgerechten Antrag

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Kinettenhauser
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20.000 Zivis stellten keinen fristgerechten Antrag

Beitrag von Kinettenhauser » Montag 16. Oktober 2006, 21:30

Nur um die letzte ORF-Meldung aus dem Burgenland ein bisschen in die richtige Relation zu rücken:

Zusammenfassung: Laut AK haben 20.000 Zivis keinen Antrag gestellt, das sind etwa die Hälfte aller antragsberechtigt Gewesenen. Der Staat hat sich damit möglicherweise zig Mio. Euro erspart.
OTS0036 5 II 0264 AKO0002 Do, 12.Okt 2006

Innenpolitik/Arbeiterkammer/Oberösterreich/>>>Zivildiener<<<

20.000 haben kein Verpflegungsgeld beantragt:
AK fordert Fristverlängerung für >>>Zivildiener<<<

Linz (OTS) - Bis 29. September konnten >>>Zivildiener<<< unter
bestimmten Voraussetzungen einen Antrag auf Nachzahlung von
Verpflegungsgeld stellen. Rund 20.000 haben das noch nicht gemacht.
"Die Frist muss zumindest bis Jahresende verlängert werden", fordert
daher AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

40.000 junge Männer, die zwischen Jänner 2001 und Februar 2006
>>>Zivildienst<<< geleistet hatten, konnten bis 29. September bei ihrem
Rechtsträger eine Nachzahlung des Verpflegungsgeldes beantragen.
Ansprüche, die bis dahin nicht geltend gemacht wurden, sind verjährt.

Rund die Hälfte der ehemaligen >>>Zivildiener<<< hat einen Antrag
gestellt und zum größten Teil auch schon das Geld bekommen. Vom
Innenministerium wurden bereits mehr als 23,5 Millionen Euro
ausgeschüttet. Jene Hälfte, die noch keinen Antrag gestellt hat, ging
leer aus. "Daran sieht man, wie viel Geld den jungen Männern durch
diese knappe Fristsetzung vorenthalten wurde", kritisiert
AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Die AK Oberösterreich hat - ebenso wie die Schwesternkammern in
Wien und Niederösterreich - alle >>>Zivildiener<<<, die AK-Mitglieder sind,
angeschrieben und über die Möglichkeit der Nachforderung von
Verpflegungsgeld informiert.

Das Echo darauf war groß: Mehr als 2000 haben bei der eigens
eingerichteten AK->>>Zivildiener<<<-Hotline angerufen und sich näher
informiert. "Das zeigt, dass die >>>Zivildiener<<< zuvor nicht ausreichend
informiert wurden. All jene, die nicht AK-Mitglied sind, konnten wir
gar nicht informieren", so Kalliauer. Er fordert daher die
Innenministerin auf, die Frist für die Antragstellung zumindest bis
Jahresende zu verlängern. "Damit auch die restlichen ehemaligen
>>>Zivildiener<<< eine Chance auf ihre Ansprüche haben", so der
AK-Präsident.

Kontakt: Mag. Dominik Bittendorfer, Tel. 050/6906-2191
E-Mail: bittendorfer.d@ak-ooe.at

Rückfragehinweis:
Arbeiterkammer Oberösterreich
Kommunikation
Tel.: (0732) 6906-2182
mailto:presse@ak-ooe.at
http://www.arbeiterkammer.com
Wer seine Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu erreichen, wird beides verlieren.
- Benjamin Franklin

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Beitrag von MA2412 » Dienstag 17. Oktober 2006, 06:05

Wollten die Roten nicht ohne Wenn und Aber 13,60 EUR - bezahltes Geld auch ohne Antrag rausrücken?
Sclaverey oder Leibeigenschaft, und die Ausübung einer darauf sich
beziehenden Macht, wird in diesen Ländern nicht gestattet.
(aus § 16 ABGB)

Kantenbär
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Beitrag von Kantenbär » Dienstag 17. Oktober 2006, 07:44

Das passt schon so.
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Scorch
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Beitrag von Scorch » Dienstag 17. Oktober 2006, 08:19

Ich weiß nicht, was die alle haben. Es war wirklich monatelang überall zu vernehmen, dass für Zivildiener eine Nachzahlung herauszuholen ist. Das muss wohl reichen, um sich dementsprechend schlau zu machen. Die letzten Tage vor dem 29.9. ist die Medienpräsenz nochmals verstärkt worden. Für mich gibt's keine Entschuldigung mehr. Dass trotzdem nur die Hälfte der Zivildiener so klug war, finde ich sehr bedauerlich.
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Beitrag von MA2412 » Dienstag 17. Oktober 2006, 14:41

Es soll auch Leute geben, die bewußt keinen Antrag gestellt haben ("Da kommt eh nix auße", "Wegen der paar Cent streit i mi ned", "Die Großen gewinnen eh immer", "Meine Einrichtung hat eh so wenig Geld").
Sclaverey oder Leibeigenschaft, und die Ausübung einer darauf sich
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Beitrag von faust » Dienstag 17. Oktober 2006, 19:31

Wenn ich das richtig gelesen habe, haben halt 20.000 keinen Antrag gestellt, vielleicht, weil ihre Verpflegung ok war und es keinen Grund zur Nachforderung gibt? Ich hab keine Ahnung, in wievielen Einrichtung schon immer korrekt gezahlt worden ist, aber im Forum sind vermutlich diejenigen überproportional vertreten, die schlecht abgespeist worden sind.
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Beitrag von Z@BPDWIEN » Dienstag 17. Oktober 2006, 20:05

Das kann ich leicht entkräften. Die großen Organisationen (RK, ASB, Caritas) haben schlecht verpflegt. Sie haben die meisten Zivildiener in Österreich. Deshalb halte ich deine Argumentation für nicht haltbar. Es gab durchaus Einrichtungen die mehr als 10€ gezahlt haben das waren in der Regel jedoch kleine Einrichtungen die nur einen Zivildiener haben. Als einzige größere Organisation die mehr als 10€ gezahlt hat fällt mir die Stadt Wien ein. Diese ist im Verhältnis an zugewiesenen Zivildienern zu den Obengenannten aber relativ klein.
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Beitrag von MA2412 » Dienstag 17. Oktober 2006, 21:30

Land Oberösterreich, Stadt Linz, ...
Aber selbst die (und auch die Stadt Wien) haben zu wenig bezahlt.

Gerade der Bund hat mit weniger als 6 EUR pro Tag viel zu wenig bezahlt und war damit vielen ein explizites Vorbild. ("Wir richten uns an das BMI, die zahln auch nur 5,xx EUR. Und wenn dies machen wirds wohl in Ordnung sein." Eine häufig vorgebrachte Argumentation gegenüber Zivis.)
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Beitrag von heiliger-geist » Mittwoch 18. Oktober 2006, 11:56

ich musste auch 2 freunde auffordern, ja gerade dazu drängen, einen antrag zu stellen. der eine hat von gar nichts gewusst, der andere die einstellung "schaut eh nichts dabei raus"....

Kinettenhauser
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Beitrag von Kinettenhauser » Mittwoch 18. Oktober 2006, 16:28

Jenen Zivildienern, die keinen Antrag gestellt haben, pauschal von allen annehmbaren Ursachen gerade mangelnde Klugheit zu unterstellen, ist schon einmal für sich genommen unseriös - nun gut, das ist man ja im WWW gewöhnt.Viel mehr befremdet es mich aber, dass, selbst wenn es tatsächlich so wäre, dieser mögliche Umstand hier gar von mancher Seite als rechtfertigend in den Raum gestellt wird. Dem ist strikt entgegenzuhalten, dass jedem (Ex-)Zivildiener ungeachtet seiner Intelligenz Verpflegungsgeld in angemessener Höhe zusteht. Prädikat: Indiskutabel.
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Beitrag von Scorch » Mittwoch 18. Oktober 2006, 18:06

Die einzige Alternative wäre, die Einleitung des Nachzahlungsverfahrens überhaupt nicht zu befristen. Die Frist lediglich zu verlängern löst ja die vorhandenen Probleme nicht. Dass es nicht durchführbar ist, jemandem im Sinne seiner Pensionsvorsorge in 50 Jahren die ansehnlich verzinste Nachzahlung zu gewähren, liegt auf der Hand.
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Re: 20.000 Zivis stellten keinen fristgerechten Antrag

Beitrag von liana » Montag 22. September 2014, 10:07

Ich fordere daher die Abschaffung der Caritas und die Abschaffung der Zwangsarbeit. Die dadurch befreiten Zwangsarbeiter können dann einer menschenwürdigen Beschäftigung nachgehen, und von ihren Steuern kann man den Armen helfen, ohne zugleich neue Armut zu erzeugen.
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