Umfrage vom Roten Kreuz: Sozialdienst?

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Flose
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Umfrage vom Roten Kreuz: Sozialdienst?

Beitrag von Flose »

Unter

http://www.roteskreuz.at/1.html

macht das ÖRK eine Umfrage zum Thema Einführung
einer sozielen Dienstpflicht bei Abschaffung der Wehrpflicht
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Delibrium
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Beitrag von Delibrium »

Grundlegend ist zu sagen (und das weiß ich erst Dank Burger Florian), dass der GWD und als dessen Subsitutsangebot der ZD Menschenrechtlich gedeckt sind. Ein "soziales Jahr" oder wie man diese Sklavenarbeit auch immer deklarieren will, ist es es nicht.

Dazu ist der Gedankengang des ÖRK recht verständlich. Der Verein baut grundlegend auf Freiwilligen auf. Die Zahl der Freiwilligen ist immer mehr im sinken begriffen.
Die Grunde dafür sind einfach und liegen auf der Hand. Ersten ist Vereinsmaierei aus der Mode gekommen. Die Selbstverwirklichung erfolgt heute kaum mehr in der Gruppe sondern alleine. Da Frewilligedienste zur Freizeitgestalltung gehören, zählen sie damit zu den Verlierern.
Es kommt hinzu, dass die Ausbildung immer länger und schwieriger wird. Die zu erbringenden Fortbildungen machen es auch noch schlechter. Die Älteren steigen mehr und mehr aus, weil sie dieses Pensum nicht mehr lernen wollen oder können.
Ein weiterer Faktor ist, dass der Haftungsgrad immer höher wird. Dort wo früher ein Fehler galant vertuscht wurde, wird heute die Kripo eingeschaltet. Dieses Risiko wollen immer weniger tragen.

Das ÖRK mit seinem positiven Image (bei den Umfragen immer unter den vertrauenswürdigsten Top5) versucht die Bevölkerung mit dem Hintergedanken der Vereinsbereicherung zu manipulieren. Je mehr Freiwillie umso mehr Geld. Die Transportmargen sinken, weil die Kassen immer mehr streichen. Die Hauptamtlichen kosten immer mehr, weil immer mehr im Dienst sind. Selbst die Zivis werden teurer, weil man mehr von ihnen braucht, da sie langsam rausfinden, wie man die Gesetze, die es für sie gibt, benutzen kann und sich nicht mehr alles gefallen lassen.

Da steckt nichts anderes dahinter als eine gute Art Geld zu machen.

Greez Del
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Birthdefect
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Jep, stimmt genau ...

Beitrag von Birthdefect »

Es ist nicht nur ein gesellschaftliches Problem, sondern vor allem ein wirtschaftliches Problem. Zeit ist Geld. Und in unserer "Konsumfreude", die wir an den Tag legen, wird Zeit zu immer mehr Geld, da es uns immer schneller durch die Finger fließt. Die Fronten härten sich, jeder hat das Gefühl, knapp bei Kassa zu sein, noch dazu kommt die individualisierung dazu, weniger Gruppenbildung, weniger Sorglosigkeit.

Menschen rotten sich so oder so in Gruppen zusammen, und junge Leute eben in junge Gruppen, sei es jetzt nur, um sich zum Skateboard-fahren zu treffen odern sei es, um Geld zu verdienen und gemeinsam das Leben in Gang zu bekommen. Letztendlich ist es so, daß man sich gegenseitig hilft. Traurig ist es natürlich schon, wenn alte Menschen vereinsamen, aber die haben ja auch ihre Treffpunkte. Und das kostet alles Geld. Bei Jugendlichen genauso, wie bei Alten. Und auch das Rote Kreuz ist so ein Verein, hinter dem auch noch einiges an Tradition steckt. Er hat viele Gebäude, und viele Mitglieder - also auch viel Bürokratie. Und das alles zu warten, zu erhalten und zu verwalten, tja, das ist schon ein Aufwand, der beträchtlich ist.
Tja, ohne Zivis geht das den Bach runter ...
Aber was soll ich als Student tun ?
jeden Tag Uni, zu Semesterende (zu)viel um die Ohren, in den Ferien Jobben ... da bleibt keine Zeit für Freiwilligkeit beim RK. Die Wirtschaft fordert mich als angehenden Angestellten/Arbeiter/Selbstständigen immer mehr. Außerdem hab ich ja leider ein Semester durch Zivildienst verloren, da es nicht möglich war, die 2 Monate, die ich nachzudienen hatte, um ein Monat von Juni auf Juli zu verschieben.
Viele werden jetzt sagen sagen - selber schuld ! Nachdienen müssen nur die Schlimmen. Tja, ich bin leider schlimm erkrankt und wurde gekickt, aber was solls, der Staat hat ja Zeit, gell ? Er hat laaaange Fristen und unsere Fristen sind kurz.
Im Resume finde ich es toll, daß dieser Zwang abgeschafft werden soll.
Ich hab zwar viel für das RK und Vergleichliche Organisationen übrig, denke aber, daß ein Verein oder eine Organisation ihre Mitarbeiter nicht ausbeuten sollte.
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Re: Jep, stimmt genau ...

Beitrag von Flose »

Birthdefect hat geschrieben: Aber was soll ich als Student tun ?
jeden Tag Uni, zu Semesterende (zu)viel um die Ohren, in den Ferien Jobben ... da bleibt keine Zeit für Freiwilligkeit beim RK. Die Wirtschaft fordert mich als angehenden Angestellten/Arbeiter/Selbstständigen immer mehr. Außerdem hab ich ja leider ein Semester durch Zivildienst verloren, da es nicht möglich war, die 2 Monate, die ich nachzudienen hatte, um ein Monat von Juni auf Juli zu verschieben.
Wenn Du Dein Gewissen beruhigen willst: Die Plattform für Zivildienst braucht händeringend jede Hilfskraft, die auch nur ein bissi was machen könnte, und sei es einmal im Monat zum Treffen zu kommen und andere Zivis zu informieren! Solltest Du in Wien wohnen: nimm Dir doch mal Zeit, bei einem Zivi-Treffen vorbeizuschauen!
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Birthdefect
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Wien ist weit weg

Beitrag von Birthdefect »

Wohne im Bundesland Salzburg auf einem Berg (abgelegenes Nest),
habe damals in der HTL so Zivizeitungen verteilt, die ich bei Zivildienst.at
bekommen hab, natürlich nur bei den Maturaklassen und habe auch sonst,
bei Diskussionen gerne dieses Thema eingeworfen.
Vor allem in dem Fach über Wirtschaft und Gesetze, haben dann alle
gemerkt, wie "ungerecht" die Situation ist, das waren auch die Monate,
in denen Strasser unser Gehalt "angeglichen" hatte.
Ich hatte auch zwei kleine Homepages zu dem Thema laufen und
einige "Feministen" angemailt, was sie zu dem Thema und den Folgen
aus dieser Situation (allgemeine Wehrpflicht) für die Männer sagen, und
ob sie nicht vielleicht auch dieses Thema zu den ihren hinzufügen wollen, da es ja direkte Auswirkungen darauf hat, wie ein Mann eine Frau sieht, da ja nur Männer diese Pflicht haben und natürlich wissen, daß Frauen diese Pflicht nicht haben und die aber dann nach Gleichberechtigung schreien ... tja, da passt doch irgendwas nicht.
Hier ist natürlich in erster Linie der Staat gefordert, aber dessen Tun (oder nicht Tun) sagt schon alles.
Letztendlich sah es so aus, als hätten die Feministen in Bezug auf dieses Thema Scheuklappen, Unwissen oder ganz einfach nicht kapiert, worum es mir gegangen ist. Also kamen keine Berichte diesseits auf meine Homepages und sie verkümmerten und waren bald nicht mehr online. Ich hab eine Sammlung an Zeitungsartikeln zu dem Thema, die ich online stellen wollte, aber fand letztendlich kaum mehr Zeit dafür.

Ich bin zu oft auf taube Ohren gestoßen, um so mehr gefällt mir dieses Forum :wink:

Tja, ich hab den Zivildienst schon längst hinter mir und bin froh darüber. Dennoch werde ich aufsäßig bleiben und mich ständig auf dem neuesten Stand halten. Es ist fast Schadenfreude, zuzusehen, wie etwas, das auf einer geschlechtlich streng unterteilten Weltvorstellung fußt, langsam aber sicher nicht mehr toleriert wird, vergleichbar mit einem Biber, der an dem Ast nagt, auf dem er grade sitzt, weils der letzt Ast im Wald ist, den er und seine Sippe verwüstet hat.

:twisted:
*** Niemand hat keine Fehler. ***
walkies

verpflichtendes sozialjahr - ein witz

Beitrag von walkies »

bin gerade zivi beim örk (stmk) und diese forderung des (beinahe) ehrenwerten präsidenten trug zu meiner weiteren erregung über die zustände in diesem "verein" bei.
nach aussen hin haben sie ein topsolides image und genießen ewig viel vertrauen unter der bevölkerung und intern? intern gehen sie mit den zivildienern (und finanzen) um, als wäre die sklaverei wiedergekehrt. ich denke, solange das örk nicht einmal die mindestanforderungen für einen normalen ablauf des zivildienstes erfüllt, kann es keinerlei forderungen stellen.

permanente stundenüberschreitungen, unfähige diensteinteilungen, schikanöse behandlung durch die vorgesetzten dienststellenleiter (die meistens gleich auch bürgermeister, gasthofbesitzer und größter autohändler sind), das mickrige verpflegungsgeld und weitere nettigkeiten kennen die meisten zivis hier.

der nette verein hat die zuteilung aller zivildiener (mittels der zivildienst.gmbh) über und kommt somit in den genuss steigernder zuweisungen (was für ein zufall!), bei uns gibt es inzwischen einen wurstsemmel-zivi, der aber auch 45h anwesend sein "darf". der gedanke, dass man auch anders mit mitarbeitern umgehen kann, ist ihnen noch nicht gekommen - denke da, an klares wochenstundenlimit - 40h, 12€(oder so)-verpflegungsgeld, freundlicher umgang und motivation statt unter-druck-setzen usw.

wenn es dann ein freiwilliges - ein verpflichtendes kann ich nur ablehnen-sozialjahr gibt, ist es vielleicht günstig schon einmal mit mindeststandards bei mitarbeitern vorzusorgen, und sich anders zu verhalten, wer kommt bei den zur zeit herrschenden zT argen zuständen schon freiwillig auf die idee, hier mitzuarbeiten??

und die möglichkeit, dass das örk in hinblick auf die zukünftigen "freiwilligen" schon mal "freiwillig" für verbesserung sorgt, wie das land oö zB, besteht ja immerhin...
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