Grüne: umverteilung der zivildienstkosten in sozialbereich

Bundesheer-Reformkommission

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Flose
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Grüne: umverteilung der zivildienstkosten in sozialbereich

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Haidlmayr: Wegfall des Zivildienstes nach Abschaffung der Wehrpflicht darf kein Loch in das Sozialsystem reißen

http://www.gruene.at/themen.php?tid=201 ... nzahl_a=88

Die Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht und des damit verbundenen Zivildienstes durch die Bundesheer-Reformkommission könne neue Arbeitsplätze im Sozialbereich schaffen. Das erklärte Theresia Haidlmayr, Zivildienstsprecherin der Grünen, am Dienstag in einer Pressekonferenz. Die Mittel, die durch den Wegfall des Zivildienstes frei würden, müssten in das Sozialsystem investiert werden, dann sei auch ohne Zivildienst ein qualitativ hochwertiges Sozialsystem leistbar. Außerdem müssten die freiwilligen Auslandsdienste neu geordnet werden, erklärte Haidlmayr.

Die Abschaffung der Wehrpflicht und des Zivildienstes müsse nicht automatisch ein Loch in das österreichische Sozialsystem reißen. Nehme man die Anliegen der bisherigen Trägerorganisationen für die Zivildiener ernst, müsse etwas für ihren Fortbestand nach Abschaffung des Zivildienstes geleistet werden, so die Zivildienstsprecherin der Grünen, die von einem verpflichtenden Sozialdienst nichts hält. "Der Staat muss seine Verantwortung wahrnehmen und ein funktionierendes Sozialsystem als gesellschaftliche Kernaufgabe sicherstellen", betonte Haidlmayr.

Nach Berechnungen des Innenministeriums, der Länder und der Trägerorganisationen koste ein Zivildiener monatlich rund 1.300 Euro. Dazu kämen noch Verwaltungskosten von 0,73 Millionen Euro pro Jahr, die vom Innenministerium an die Zivildienst Ges.m.b.H. ausbezahlt würden. Derzeit leisten rund 8.800 junge Männer jährlich ihren Zivildienst ab. Und 6.700 Zivildiener ersetzen tatsächlich Vollarbeitsplätze im Betreuungsbereich, die nach Wegfall der Wehrpflicht zu besetzen wären. Wenn allein dieser Betrag für Tätigkeiten von Hilfskräften, für die Zivildiener eigentlich nur eingesetzt werden dürften, herangezogen würde, so könnten damit schon zwei Drittel der unbesetzten Stellen abgedeckt werden, stellte Haidlmayr fest. Außerdem wäre es sinnvoll ein neues Anreizsystem zu schaffen, um jungen Menschen den beruflichen Einstieg - etwa durch anrechenbare Praktika - in den Sozialbereich zu erleichtern.

Der freiwillige Auslandsdienst als Beitrag von Sozial-, Friedens- und Gedenkdiensten zur internationalen Konfliktvermeidung müsse auch nach Abschaffung der Wehrpflicht als wichtiger Teil österreichischer Präsenz im Ausland sicher gestellt werden. Über angemessene Bezahlung und ein interessantes Anreizsystem sollten junge Männer und Frauen gewonnen werden, auch weiterhin diesen wichtigen Beitrag Österreichs zur Sicherheit in Europa und der Welt zu erbringen, forderte Stefan Pogacar, Auslandsdienstsprecher der Plattform Zivildienst.

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