Verpflegungsgeld - Rechnungen?

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mrzivi
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Verpflegungsgeld - Rechnungen?

Beitrag von mrzivi »

Hallo!

Ich wollte fragen, ob es gesetzliche Pflicht ist, Rechnungen (für die man das Geld benötigen würde bzw. benötigt hätte) mitzubringen, um das Verpflegungsgeld zu erhalten oder muss ich das Geld sowieso von der Stelle kriegen?
Sprachrohr
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Re: Verpflegungsgeld - Rechnungen?

Beitrag von Sprachrohr »

Natürlich nicht. Mit dem Geld kannst du machen, was du willst. Hat man so was ernsthaft von dir verlangt?
mrzivi
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Re: Verpflegungsgeld - Rechnungen?

Beitrag von mrzivi »

Ja, darf nichts außer Lebensmittel draufstehen und es wurde sogar eine Rechnung mit Mehrwertsteuer verlangt.
naphta
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Re: Verpflegungsgeld - Rechnungen?

Beitrag von naphta »

das geht sicher nicht!!!

wo machst du denn deinen zivildienst?

und was ist, wenn du eine billa-rechnung über 20 euro bringst?? bekommst du dann auch 20 euro?
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thomas007
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Re: Verpflegungsgeld - Rechnungen?

Beitrag von thomas007 »

Wahnsinn, manche sind mit ihren Schikanen wirklich kreativ. Verpflegungsgeld steht dir natürlich genau in der Höhe zu, die das Gesetz angibt. Wofür du es verwendest ist deine Sache, Rechnungen zu verlangen ist nicht nur unsinnig sondern auch noch ein ungeheuerlicher Eingriff in die Privatsspäre.
mrzivi
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Re: Verpflegungsgeld - Rechnungen?

Beitrag von mrzivi »

Ich halte es eigentlich auch für eine ziemliche Frechheit, ein doch großer Eingriff in meine Privatsphäre. An Perversität wohl kaum zu überbieten.

Aber: Da ist mir (leider) ein "Schlupfloch" eingefallen. Wenn sie mich um die Rechnungen bitten und dann mir das Geld geben, ist es wohl "dasselbe", wie wenn sie selbst für mich die Verpflegung kaufen und daher mir auch zur Verfügung stellen. Ich werde mal nachfragen, aber ich vermute, dass das so aussieht und sie mir ansonsten dort irgendwas zum Essen geben. Wahrscheinlich können sie es dort dann irgendwie auch von der Steuer abschreiben, sodass es günstiger ist, als wenn sie mir das mir zustehende Geld einfach in die Hand drücken. Versteht ihr, was ich meine? Was denkt ihr?
Azby
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Re: Verpflegungsgeld - Rechnungen?

Beitrag von Azby »

Deine Einrichtung muss dir Essen (Naturalverpflegung) zur Verfügung stellen oder dir alternativ Verpflegungsgeld auszahlen. Dass du dich selbst um deine "Naturalverpflegung" kümmerst und sie dir nachträglich die aufgewendeten Beträge ersetzen, ist eine Umgehung der Verpflegungsverordnung, die explizit anordnet, dass Natuarlverpflegung zu leisten ist und alternativ fixe Geldbeträge auszubezahlen sind.
Siehe dazu auch hier: https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassu ... 2.2011.pdf

Interessant wäre es nur, wenn du mit einer Rechnung vom Metro ankommst, wo ein dreistelliger Betrag oben steht, weil du dich für's ganze Monat eingedeckt hast. Zahlen sie das dann auch?
Wenn sie dir wirklich jeden Betrag zahlen, kannst du natürlich "die Kohle rausschmeißen" und für die ganze Familie einkaufen und das restliche Geld einstreifen.
Nachdem Zivi-Einrichtungen aber idR Ausbeuter sind, gehe ich davon aus, dass sie dir maximal die 16€ (abzgl. zulässiger Abzüge) pro Tag auszahlen wollen und somit tatsächlich Geld einsparen, weil sie dir an Tagen, an denen du um weniger Geld einkaufen gehst weniger auszahlen, als dir eigentlich zusteht.
Druck dir die oben verlinkte Verpflegungsverordnung aus und fordere deine 16€ pro Tag (bzw. je nach zulässigen Abzügen gem. §4 Abs. 2 die niedrigeren Beträge). IdR kann deine Einrichtung immer min. 15% abziehen, weil dein Dienst normalerweise immer in der selben Gemeinde beginnt und endet. Zusätzliche 10% können sie abziehen, wenn du Tätigkeiten verrichten musst, die mit geringer körperlicher Belastung einhergehen, nochmal 10% können abgezogen werden, wenn dir eine Kochgelegenheit (=mindestens Herd, Backrohr (oder Mikrowelle), Kühl- UND Gefrierschrank) zur Verfügung gestellt wird. Im schlimmsten Fall können sie also 35% abziehen, somit stünden dir dann nur mehr 10,40€ pro Tag zu.
Diese Beträge stehen dir für allerdings für jeden Kalendertag zu, nicht nur für Arbeitstage. Du kannst also die 10,40€-16€ (je nachdem) für jeden Tag fordern (also 28 Mal im Februar, 31 Mal im März usw.), unabhängig davon, wieviele Tage du gearbeitet hast, ob du im Krankenstand oder im Urlaub (2 Wochen Dienstfreistellung stehen dir ja zu) warst.
Superwayne
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Re: Verpflegungsgeld - Rechnungen?

Beitrag von Superwayne »

Die Einrichtung wird mit Sicherheit das Geld von der Steuer absetzen wollen, deshalb muss die USt. ausgewiesen sein und es dürfen nur Lebensmittel oben sein.

Um es mit den Wörten des größten Trolls Österreich zu sagen: „Ich bin irgendwie sprachlos bei den Dingen, die du mir sagst. Dass das Land so korrupt ist und so beschissen funktioniert und so politisch gelenkt ist, macht mich wirklich sprachlos.“ (http://orf.at/stories/2040222/2040201/)
mrzivi
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Re: Verpflegungsgeld - Rechnungen?

Beitrag von mrzivi »

Superwayne hat geschrieben :
> Die Einrichtung wird mit Sicherheit das Geld von der Steuer absetzen
> wollen, deshalb muss die USt. ausgewiesen sein und es dürfen nur
> Lebensmittel oben sein.

Das ist wohl alles innerhalb des rechtlichen Rahmens, wie ich annehme. Oder?
abschaffen
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Re: Verpflegungsgeld - Rechnungen?

Beitrag von abschaffen »

mrzivi hat geschrieben :

> Ja, darf nichts außer Lebensmittel draufstehen und es wurde sogar eine
> Rechnung mit Mehrwertsteuer verlangt.

Diese niederträchtigen Ausbeuter werden immer dreister.

> Aber: Da ist mir (leider) ein "Schlupfloch" eingefallen. Wenn sie
> mich um die Rechnungen bitten und dann mir das Geld geben, ist es wohl
> "dasselbe", wie wenn sie selbst für mich die Verpflegung kaufen
> und daher mir auch zur Verfügung stellen.

Ich bin mir nicht sicher, ob das wirklich ein Schlupfloch sein könnte. Wenn überhaupt, dann nur, wenn Du in der Dienstzeit Deine Verpflegung planen und einkaufen darfst bzw. musst und alle Mahlzeiten auch in der Dienstzeit zubereiten und einnehmen darfst. Die Benützung des Privat-PKW darf natürlich nicht erforderlich sein. Wenn man die Einkäufe nicht mit den Öffis transportieren kann, müsste schon ein Kfz des Sklaventreibers her. Bei all dem müsste natürlich Deine Beaufsichtigung sichergestellt sein.

Aber selbst das würde vermutlich dem Sinn der Verpflegung durch den Rechtsträger und der "angemessenen Beschäftigung" widersprechen.

> Wahrscheinlich können sie es dort dann irgendwie auch von der
> Steuer abschreiben, sodass es günstiger ist, als wenn sie mir das mir
> zustehende Geld einfach in die Hand drücken. Versteht ihr, was ich meine?

Kommt darauf an. Ich vermute, dass das Verpflegungsgeld so oder so zu den Betriebsausgaben des Sklavenhalters zählt. Ob sie für das hergegebene Geld nur den eigenen Bankbeleg haben oder dafür noch Rechnungen bekommen, macht dann nicht den großen Unterschied. Durch die Schikane mit den Rechnungen glauben sie wahrscheinlich, dass Du nicht den vollen von Azby genannten Betrag ausgibst und sie daher von den - ohnehin "absetzbaren" - Ausgaben noch etwas einsparen.

Man muss sich festhalten: Sie wollen von

1. den ohnehin steuerwirksamen
2. Miniausgaben
3. für das Essen
4. von Zwangsarbeitern
5. die letzten Cents
6. für die eigene Geldbörse

herauspressen. Wie tief kann man sinken?

Dass hier steuerlich irgendwie getrickst wird, ist aber nie ganz auszuschließen. Eine Sachverhaltsdarstellung an das Finanzamt kann nicht schaden. Und natürlich an die Staatsanwaltschaft, um zu überprüfen, ob sie Dir die Notwendigkeit von Rechnungen vorspiegeln, um sich einen finanziellen Vorteil zu verschaffen.

Davon abgesehen ist folgenden Meinungen zuzustimmen:

> Wahnsinn

> Schikanen

> unsinnig

> ein ungeheuerlicher Eingriff in die Privatsspäre.

> ziemliche Frechheit

> An Perversität wohl kaum zu überbieten.
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