Krankenstandsdauer

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devzero
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Krankenstandsdauer

Beitrag von devzero »

Hallo, eine Frage zum Krankenstand:

Im Gesetz heisst es so schoen, dass Zivildiener, "bei denen die Herstellung der Dienstfähigkeit innerhalb von 24 Tagen [...] nicht zu erwarten ist", vorzeitig aus dem Zivildienst zu entlassen sind. Die Frage ist, wer handelt hier, und wann? Die Formulierung "nicht zu erwarten" klingt fuer mich so, als ob das bereits am Anfang des Krankenstands beurteilt wird. Was aber, wenn man im Krankenstand ist, und der Arzt schreibt einen nach bspw. 28 Tagen gesund. Wenn man danach den Dienst wieder antritt, steht trotzdem zu erwarten, dass man einen Bescheid erhaelt, der einen rauswirft?

Die Sache ist die, dass ich eine Operation hatte und bald meine 24 Tage aufgebraucht habe. Der Arzt raet dringend dazu, mich laenger zu schonen; ich bin auch nicht wirklich schon fit genug fuer den Dienstantritt. Ich habe meiner Dienststelle angeboten, im Bedarfsfall nach den 24 Tagen einen Teil meines Urlaubs zu opfern, um mich noch ein wenig auskurieren zu koennen. Die waren dort recht nett und meinten, das sei nicht noetig - ich solle einfach noch im krankenstand bleiben. Allerdings hege ich dabei die Befuerchtung, dass dann jemand von einer anderen Stelle (wer waere jetzt dann zustaendig - Bezirksverwaltungsbehoerde?) auf den Plan tritt und meinen "Rauswurf" in die Wege leitet. Was meinen die Fachleute?
JohnnyQuest
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Beitrag von JohnnyQuest »

soweit ich weiß, hat deine einsatzstelle zu entscheiden, ob sie dich zurückstellen möchte. bei meiner einrichtung zumindest hatte sich ein kollege ein bein gebrochen und war so ca. 5 wochen außer gefecht gesetzt, laut seinen erzählungen hat das magistrat meiner einrichtung angeboten, ihn zurückzustellen, jedoch lehnte die einrichtung ab. das war im november 2002 und wir sind beide immer noch bei der einrichtung beschäftigt...soviel aus der praxis
Florian Burger
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Beitrag von Florian Burger »

Die Entscheidung trifft letztlich die Zivildienstverwaltungs-GmbH, die auch den Entlassungsbescheid zu erstellen hat.

Die Einrichtung hat gem § 39 Abs 4 ZDG Beginn und Ende der Dienstverhinderung durch Krankheit unverzüglich der Bezirksverwaltungsbehörde zu melden. Diese hat sich unverzüglich über die Umstände der Dienstverhinderung Kenntnis zu verschaffen und ggf für die Untersuchung durch einen Amtsarzt Sorge zu tragen. Sollte dabei festgestellt werden, dass eine Wiederherstellung nicht in den nächsten 24 Tagen ab Beginn der Krankheit zu erwarten ist, hat die Bezirksverwaltungsbehörde ihrerseits der Zivildienstverwaltungs-GmbH dies zu melden, die letztlich den Entlassungsbescheid erstellt.

Florian
devzero
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Beitrag von devzero »

@ JohnnyQuest: Vielen Dank fuer Deine Antwort. Das klingt zumindest ein wenig beruhigend.

@ Florian Burger: Danke auch Dir fuer Deine Antwort.

[quote="Florian Burger"]Die Einrichtung hat gem § 39 Abs 4 ZDG Beginn und Ende der Dienstverhinderung durch Krankheit unverzüglich der Bezirksverwaltungsbehörde zu melden. Diese hat sich unverzüglich über die Umstände der Dienstverhinderung Kenntnis zu verschaffen und ggf für die Untersuchung durch einen Amtsarzt Sorge zu tragen. Sollte dabei festgestellt werden, dass eine Wiederherstellung nicht in den nächsten 24 Tagen ab Beginn der Krankheit zu erwarten ist, hat die Bezirksverwaltungsbehörde ihrerseits der Zivildienstverwaltungs-GmbH dies zu melden, die letztlich den Entlassungsbescheid erstellt.

Florian[/quote]

Was mich nun interessiert, ist: Wie sieht es jetzt in der Praxis aus? Die elementaren Begriffe scheinen ja "zu erwarten" und "unverzueglich" zu sein. Meine Dienststelle hat den Beginn des Krankenstands natuerlich gemeldet. Waehrend des gesamten Krankenstands hat die Bezirksverwaltungsbehoerde sich nicht bei mir gemeldet (mWn auch nicht bei der Dienststelle). Was ist nun, wenn ich nicht am 25. Tag (eigentlich muesste es ja sogar der 24. sein, um die Frist zu wahren?!) den Dienst antrete, sondern nach Gesundschreibung z.B. am 28. Tag (mit Wissen und Einverstaendnis der Dienststelle). Geht nun am 25. Tag ein Sachbearbeiter bei der ZDV her und wirft mich - ohne irgendwo rueckzufragen - per Bescheid rueckwirkend ab dem 1. Tag raus? Und was waere, wenn ich am 28. Tag den Dienst antrete und so einen Bescheid dann einen Tag spaeter erhalte? Vielen Dank im voraus.[/i]
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