Krankschreiben

Alles über deine Rechte als Zivildiener...

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nobody-important
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Krankschreiben

Beitrag von nobody-important »

Hallo

Ich hab eine Frage bezüglich des Krankschreibens. Wenn ich meinem Arzt sage, dass ich zum Beispiel Kopfschmerzen, Magenschmerzen oder sonst irgendetwas schwerdiagnostizierbares habe, muss er mich dann krank schreiben, obwohl er es nicht verifizieren kann?
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Delibrium
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Beitrag von Delibrium »

JA
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nobody-important
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Beitrag von nobody-important »

Die Antwort ist eindeutig.

danke
twingo
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Beitrag von twingo »

was ist aber wenn die organisation einen amtsarzt schickt (weil sie einem nicht glaubt?), und der aber feststellt, dass man doch nicht krank ist, was ist dann?
telecover33
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Beitrag von telecover33 »

Der Amtsarzt kann dich auch nur maximal wieder gesund schreiben.
Dann gehst du am nächstren Tag wieder zum Hausarzt und lässt dich erneut krank schreiben.
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Delibrium
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Beitrag von Delibrium »

@telecover: vollkommen richtig erfasst
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twingo
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Beitrag von twingo »

hat das dann keine gerichtlichen folgen, oder geldstrafen, oder sonstige folgen, .... wenn der amtsarzt eben festgestellt hat, dass man nicht krank ist?

ist man dann nicht der organisation irgendwie total sozusagen "ausgeliefert", wenn einem der amtsarzt wieder gesund schreibt?
telecover33
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Beitrag von telecover33 »

Nein das hat keine weiteren Folgen.
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Delibrium
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Beitrag von Delibrium »

Der Amtsarzt kann dir ja nicht nachweisen, dass du zuvor nicht krank warst. Er kann dir lediglich bescheinigen, dass du jetzt gesund bist, und zur Arbeit gehen kannst.

Anders sieht das natürlich aus, wenn dir dein Artzt strenge Bettruhe verordnet hat, und dein Vorgesetzter trifft dich in der Disko.
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twingo
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Beitrag von twingo »

und wie ist das mit der Organisation (also z.B. das Rote Kreuz)? behandelt die einem dann schlechter, wenn der Amtsarzt mich gesund schreiben würde? Könnte mich die Organisation deswegen zurückstellen, oder mit Urlaubstage streichen, oder sonstirgendetwas?
weil z.B. beim zu spätkommen bei RK (auch wenns nur 5 min. sind) bekommt man dann einen Urlaubstag, und muss den an dem tag sozusagen halten (auch wenn nur die U-Bahn zu spät kommt).
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Delibrium
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Beitrag von Delibrium »

Über das RK allgemeine Aussagen zu treffen ist schwierig, da es in Landesverbände gesplittet ist, und diese schon wieder viele Dinge total unterschiedlich Hand haben. Ebenfalls ist es schwer, die Bezirks- oder Ortsstellen miteinander zu vergleichen.

An meiner Stelle ist es einfach so gemacht worden, dass, wenn jemand zu spät kommt, und dafür keinen guten Grund hat, dieser die Zeit nacharbeiten muss. Urlaubsabzug gab es nie.

Viele Stelle sehen es nicht gern, wenn ihre Zivis krank sind und besondern nicht gern, wenn sie der Amtsarzt wieder gesund schreibt. Gesetzliche Repressalien sind dafür keine Vorgesehen (außer es könnte dir nachgewiesen werden, dass du dich über den Krankenstand dem Zivildienst entziehen wolltest), jedoch reagieren einige Stellen relativ "bissig" darauf.
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Beitrag von telecover33 »

twingo hat geschrieben:weil z.B. beim zu spätkommen bei RK (auch wenns nur 5 min. sind) bekommt man dann einen Urlaubstag, und muss den an dem tag sozusagen halten (auch wenn nur die U-Bahn zu spät kommt).
Was sind den das für komische Sitten?
ich hätte ja dann nach 2 monaten keinen Urlaub mehr übergehabt =).
Ausserdem war die Diensstelle auf jeden zivi angewiesen.
Bin also auch des öfteren mal 1h zu spät gekommen wenn am Vortag die Zivi Runde wieder einmal zu lange zusammengesessen ist.
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Beitrag von MA2412 »

twingo hat geschrieben:weil z.B. beim zu spätkommen bei RK (auch wenns nur 5 min. sind) bekommt man dann einen Urlaubstag, und muss den an dem tag sozusagen halten (auch wenn nur die U-Bahn zu spät kommt).
Dir ist eh klar, daß das Ganze illegal ist?
Einfach trotzdem auf den Urlaub bestehen, die können nicht einseitig einen einteilen!
Sclaverey oder Leibeigenschaft, und die Ausübung einer darauf sich
beziehenden Macht, wird in diesen Ländern nicht gestattet.
(aus § 16 ABGB)
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Beitrag von twingo »

das ist aber beim RK Wien so der Fall, dass wenn man verschlafen hat, zu spät kommt, dann man einen Urlaubstag bekommt, jedoch maximal bis zur Hälfte des Urlaubsanspruches. d.h. in meinem Fall 5 Tage (da ich insg. 10 tage Urlaub habe).
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Beitrag von SNo0py »

Das ist zu 100% sittenwidrig... da hätte ein Kollege von mir schon Minus-Urlaub (und ich auch) - weil 15-30 Minuten sind "Unschärfe" :)
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Beitrag von pv »

aha ... sittenwidrig?? Eher gegen geltendes Recht.

Imho sollte es möglich sein, gegen den Urlaub zu protestieren, damit kommt keine Einigung über den Urlaub zwischen dem ZDL und der Stelle zu Stande und es tritt die Regelung ein, dass der Urlaub am Anfang des. 7. Monats und am Ende des ZD konsumiert wird. Die Frage wäre allerdings, ob du an dem Tag, an dem du zu spät kommst dann trotzdem dort bleiben musst, auch wenn sie dir sagen, du sollst heimgehen?

Übrigens soll es sehr ungesund sein, sich über derartiges zu ärgern!
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Beitrag von SNo0py »

pv hat geschrieben:aha ... sittenwidrig?? Eher gegen geltendes Recht.
Ja, das auch... "Oarsch" einfach...
pv hat geschrieben:Übrigens soll es sehr ungesund sein, sich über derartiges zu ärgern!
Der Zivildienst soll auch ungesund sein... :)
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MA2412
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Beitrag von MA2412 »

Ich würd einfach bei denen einen Antrag auf Urlaub einreichen (auf Urlaubstage, die Dir rechtlich zwar zustehen, aber nach ihrer Rechnung nicht.)
Sollten sie sich weigern, Dir den Urlaub zu geben, dann stellst Du schriftlich fest, daß über die Dienstfreistellung keine Vereinbarung gemäß §23a Abs. 3 ZDG getroffen werden konnte, die Dienstfreistellung also gemäß §23a Abs. 4 ZDG am Anfang des 7. bzw. am Ende des 12. Monats zusteht. Diese Feststellung läßt Dir von deinem Vorgesetzten schriftlich zu Kenntnis nehmen.
Sollten die sich weigern, dann reich darüber eine Beschwerde ein und kontaktier die Zivildienstverwaltung, die interessiert das sicher.

P.S.:

Bundesgesetz über den Zivildienst, BGBL.Nr. 679/1986 idF BGBL.Nr. 788/1996

§ 23a. (1) Zivildienstleistende haben ab dem siebenten Monat
ihrer Dienstleistung Anspruch auf Dienstfreistellung.
(2) Das Ausmaß der Freistellung beträgt zwei Wochen oder zwölf
Arbeitstage, bei einer Fünftagewoche zehn Arbeitstage. Im Falle einer
Dienstzeit von acht Monaten (§ 7 Abs. 6) gebührt die Freistellung im
halben Ausmaß.
(3) Über den Verbrauch der Dienstfreistellung ist rechtzeitig eine
Vereinbarung zwischen dem Zivildienstleistenden und dem Vorgesetzten
zu treffen, wobei auf die dienstlichen Interessen der Einrichtung und
die persönlichen Interessen des Zivildienstleistenden angemessen
Rücksicht zu nehmen ist. Der Zivildienstleistende hat Anspruch, die
Hälfte der Freistellung ungeteilt zu verbrauchen.
(4) Kommt eine Vereinbarung gemäß Abs. 3 nicht zustande, so gebührt
dem Zivildienstleistenden die Hälfte der Dienstfreistellung zu Beginn
des siebenten Monats und der Rest am Ende des letzten Monats seiner
Dienstleistung.
(5) Erkrankt der Zivildienstleistende während der
Dienstfreistellung, so sind die Tage der Erkrankung nicht auf den
Gesamtanspruch anzurechnen, wenn die Erkrankung länger als drei
Kalendertage gedauert hat und den Bestimmungen dieses Bundesgesetzes
über die Meldung und den Nachweis der Erkrankung entsprochen worden
ist.
Sclaverey oder Leibeigenschaft, und die Ausübung einer darauf sich
beziehenden Macht, wird in diesen Ländern nicht gestattet.
(aus § 16 ABGB)
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Beitrag von pv »

MA2412 hat geschrieben: Sollten die sich weigern [...] kontaktier die Zivildienstverwaltung, die interessiert das sicher.
Wollte ich zuerst auch schreiben, nur leider ist afaik die ZDV das RK :cry:

aber, wir wissen alle, da besteht kein Interessenskonflikt, ...

an die Rechtskundigen: an wen könnte man sich in einem derartigen Fall wenden?
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MA2412
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Beitrag von MA2412 »

Trotzdem an die Ziviverwaltung wenden.
Wenn die Dich abweisen, dann ans BMI wenden (mit dem Vermerk, daß die Ziviverwaltung Dein Problem nicht interessiert hat.
Sclaverey oder Leibeigenschaft, und die Ausübung einer darauf sich
beziehenden Macht, wird in diesen Ländern nicht gestattet.
(aus § 16 ABGB)
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