Rechtliche Relevanz?

Alles über deine Rechte als Zivildiener...

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knecht
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Rechtliche Relevanz?

Beitrag von knecht »

Hallo!

Ich bin nun seit ein paar Monaten Zwangsarbeiter im Behindertenbereich und langsam beginnt es richtig ungemütlich zu werden.

Neuerdings muss ich sowas wie eine Anwesenheitsliste jeden Morgen ausfüllen. Ich muss eintragen wann mein Dienst beginnt und wann mein Dienst endet mitsamt meinen Pausen. Ansich habe ich nach 6 Stunden Anspruch auf 30 lächerliche Minuten Pause, allerdings machen die Mitarbeiter längere Pausen und in der Zeit ist auch für mich nichts zutun und ich darf (gnädigerweise) mich auch ein paar Minuten hinsetzen.

Insgesamt kommt dann so eine gute Stunde zusammen die ich Pause mache, jetzt meine Frage: Kann mir hier irgendein Strick draus gedreht werden, wenn ich mehr als 30 Minuten Pause angebe?
Laufe ich in Gefahr in ein Nichteinrechnungsverfahren zu kommen, sollte ich mehr als 30 Minuten Pause haben? Ich hoffe nicht, aber im Zwangsdienst ist ja offensichtlich alles möglich. Kann ich ohne Konsequenzen verweigern mich in diese Liste einzutragen oder ist das eine Dienstanweisung? Immerhin steht doch eindeutig auf meinem Dienstplan wann mein Dienst beginnt und endet, wozu so eine redundante Liste?

Als Zwangsarbeiter darf ich soweit ich weiß keine Pflegemaßnahmen durchführen. Trotz allem werde ich dazu verdonnert den Klienten beim Zähne putzen zu helfen und sie im Gesicht zu rasieren. Ist das schon Pflege oder beinhaltet Pflege "mehr"?

Vielen Dank schonmal, ihr macht hier wirklich gute Arbeit!
Azby
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Re: Rechtliche Relevanz?

Beitrag von Azby »

knecht hat geschrieben:
> Neuerdings muss ich sowas wie eine Anwesenheitsliste jeden Morgen
> ausfüllen. Ich muss eintragen wann mein Dienst beginnt und wann mein Dienst
> endet mitsamt meinen Pausen. Ansich habe ich nach 6 Stunden Anspruch auf 30
> lächerliche Minuten Pause, allerdings machen die Mitarbeiter längere Pausen
> und in der Zeit ist auch für mich nichts zutun und ich darf (gnädigerweise)
> mich auch ein paar Minuten hinsetzen.
>
> Insgesamt kommt dann so eine gute Stunde zusammen die ich Pause mache,
> jetzt meine Frage: Kann mir hier irgendein Strick draus gedreht werden,
> wenn ich mehr als 30 Minuten Pause angebe?
> Laufe ich in Gefahr in ein Nichteinrechnungsverfahren zu kommen, sollte ich
> mehr als 30 Minuten Pause haben?

Wenn diese "Zusatzpausen" zumindest konkludent geduldet werden, sehe ich überhaupt kein Problem. Auch sonst sehe ich durch solche Pausen keinen Nichteinrechnungsgrund verwirklicht. Du bekommst schlichtweg keine Arbeitsaufträge. Dagegen kannst und musst du nichts machen.
Die Frage ist, ob du diese "Zusatzpausen" überhaupt als solche bezeichnen solltest. Du könntest auch argumentieren, dass du gar nicht Pause machst, sondern auf Arbeitsaufträge wartest, was aber einer Pause nicht gleichzusetzen ist.

> Ich hoffe nicht, aber im Zwangsdienst ist
> ja offensichtlich alles möglich. Kann ich ohne Konsequenzen verweigern mich
> in diese Liste einzutragen oder ist das eine Dienstanweisung?

Ich würde das als Weisung interpretieren, die grundsätzlich einzuhalten ist, wenn sie vom Vorgesetzten kommt.

> Immerhin
> steht doch eindeutig auf meinem Dienstplan wann mein Dienst beginnt und
> endet, wozu so eine redundante Liste?

Die Sinnhaftigkeit einzelner Tätigkeiten darfst du im Zivildienst niemals hinterfragen.

> Als Zwangsarbeiter darf ich soweit ich weiß keine Pflegemaßnahmen
> durchführen. Trotz allem werde ich dazu verdonnert den Klienten beim Zähne
> putzen zu helfen und sie im Gesicht zu rasieren. Ist das schon Pflege oder
> beinhaltet Pflege "mehr"?

Ob das unter Pflege fällt, kann ich dir nicht sagen.

Es ist ein grundsätzliches Problem im Zivildienst, dass man einerseits unter Strafsanktion gezwungen wird, seine Weisungen im Zivildienst zu befolgen und andererseits Tätigkeiten vornehmen soll, die man entweder aus rechtlichen Gründen gar nicht verrichten dürfte, oder bei denen es zumindest fraglich ist, ob man sie verrichten darf.
knecht
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Re: Rechtliche Relevanz?

Beitrag von knecht »

Vielen vielen Dank schonmal für deine Antwort!

Ich hab nun auch ein anderes Problem.
Vor einiger Zeit war ich ein paar Tage Dienstunfähig und ging zum Arzt. Die Medikamente habe ich privat gezahlt, da mir zu diesem Zeitpunkt schwer übel war und ich einfach nur nachhause wollte. Nun wollte ich die Kosten für meine Medikamente zurückerstattet haben.
Dazu war ich bei der Gebietskrankenkasse, hab den Beleg hergezeigt und man hat mir gesagt, dass das Geld überwiesen wird. Ich erhielt nun einen Brief indem folgendes steht:

"Betreff: Ihr Ansuchen auf Kostenerstattung

Den Beleg von [Arzt] in [Ort] müssen wir leider retournieren, da eine Kostenerstattung in tarifmäßiger Höhe nicht möglich ist.

Bei den privat gekauften Präparaten handelt es sich um Produkte die grundsätzlich zum Bezug auf Kassekosten nicht vorgesehen sind.

Wir bedauern, Ihnen in Beachtung der einschlägigen Richtlinien keine positive Mitteilung bekannt geben zu können und zeichnen
mit freundlichen Grüßen"

Was soll das? Als Zwangsarbeiter bin ich von Arzneimittelkosten und Rezeptgebühr befreit, eigentlich hätte ich beim Arzt nichteinmal meine Brieftasche zücken müssen, wenn die ihren Job ordentlich erledigen würden. Jedenfalls, lässt sich da noch irgendwas machen oder ist das Geld verloren?

Vielen Dank schonmal!

MfG
Azby
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Re: Rechtliche Relevanz?

Beitrag von Azby »

knecht hat geschrieben:
> Vor einiger Zeit war ich ein paar Tage Dienstunfähig und ging zum Arzt. Die
> Medikamente habe ich privat gezahlt, da mir zu diesem Zeitpunkt schwer übel
> war und ich einfach nur nachhause wollte. Nun wollte ich die Kosten für
> meine Medikamente zurückerstattet haben.
> Dazu war ich bei der Gebietskrankenkasse, hab den Beleg hergezeigt und man
> hat mir gesagt, dass das Geld überwiesen wird. Ich erhielt nun einen Brief
> indem folgendes steht:
>
> "Betreff: Ihr Ansuchen auf Kostenerstattung
>
> Den Beleg von [Arzt] in [Ort] müssen wir leider retournieren, da eine
> Kostenerstattung in tarifmäßiger Höhe nicht möglich ist.
>
> Bei den privat gekauften Präparaten handelt es sich um Produkte die
> grundsätzlich zum Bezug auf Kassekosten nicht vorgesehen sind.
>
> Wir bedauern, Ihnen in Beachtung der einschlägigen Richtlinien keine
> positive Mitteilung bekannt geben zu können und zeichnen
> mit freundlichen Grüßen"
>
> Was soll das? Als Zwangsarbeiter bin ich von Arzneimittelkosten und
> Rezeptgebühr befreit, eigentlich hätte ich beim Arzt nichteinmal meine
> Brieftasche zücken müssen, wenn die ihren Job ordentlich erledigen würden.
> Jedenfalls, lässt sich da noch irgendwas machen oder ist das Geld verloren?

Es kommt darauf an, um welche Medikamente es sich gehandelt hat. Du bist zwar von der Rezeptgebühr und vom E-Card-Serviceentgelt befreit, aber das bedeutet nicht, dass die Krankenkasse deshalb sämtliche Medikamente für dich übernimmt. Die Krankenkasse zahlt nur jene Medikamente, die sie auch "normal Versicherten" bezahlt. Wenn du bspw. "nur" Aspirin, Parkemed oder dergleichen erhalten hast, ist die Ablehnung richtig, weil derartige Medikamente zumindest unter normalen Umständen nicht von der Kassa ersetzt werden.

Wenn du was dagegen unternehmen möchtest, kannst du beantragen, dass sie über deinen Antrag bescheidmäßig entscheiden. Du könntest gegen den Bescheid dann beim Arbeits- und Sozialgericht klagen.

Aufgrund des von dir wiedergegebenen Schreibens der Krankenkasse gehe ich aber davon aus, dass es sich bei dir um nicht ersatzfähige Medikamente gehandelt hat, die die Krankenkasse von vorn herein nicht gezahlt hätte - das bedeutet, du hättest sie auch in der Apotheke selbst zahlen müssen... Große Chancen würde ich mir nicht erwarten.
knecht
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Re: Rechtliche Relevanz?

Beitrag von knecht »

VIelen Dank für deine Auskunft! Ja es waren wohl nur normale Medikamente, wusste daher nicht, dass ich das trotzdem bezahlen muss.

Wie auch immer, ich wollte jetzt keinen neuen Thread öffnen, denn es geht um mein Verpflegungsgeld, ich habe den Verdacht, dass ich zu wenig bekomme und hoffe, dass hier jemand einen Blick drüberwerfen kann um mir das zu bestätigen.

Seit 1.1.2017 beträgt die Grundvergütung 321,30 € pro Monat!
http://www.bmi.gv.at/cms/zivildienst/fi ... etung.aspx

Mir werden 15% wegen gleichbleibenden Dienstort abgezogen und durch ein wenig Herumrechnen werden mir anscheinend (ungerechtfertigt) ein paar Prozent wegen leichter Tätigkeit abgezogen, sind in nachfolgender Berechnung aber nicht enthalten. Ein Abzug wegen der Kochstelle ist nicht möglich.

Ich begann im Oktober 2016 und mir wurden 546,94€ überwiesen.

Tage mit Frühstück: 18
Tage mit Mittagessen: 19
Tage mit weiterer Mahlzeit: 2

Ergibt laut meiner Berechnung insgesamt 552,38€

Überweisung November 2016: 519,74€

Tage mit Frühstück: 22
Tage mit Mittagessen: 22
Tage mit weiterer Mahlzeit: 2

Ergibt laut meinen Berechnungen 507,50€

Überweisung Dezember 2016: 538,78€

Tage mit Frühstück: 15
Tage mit Mittagessen: 15
Tage mit weiterer Mahlzeit: 2

Ergibt laut meinen Berechnungen 587,74€

Überweisung Jänner 2017: 572,90€ (Ab jetzt mit der erhöhten Grundvergütung!)

Tage mit Frühstück: 21
Tage mit Mittagessen: 21
Tage mit weiterer Mahlzeit: 2

+Ich war 4 Tage Dienstunfähig: 13,60€ * 4 = 54,4€

Ergibt laut meinen Berechnungen 589,22€

Überweisung Februar 2017: 457,30€

Tage mit Frühstück: 20
Tage mit Mittagessen: 20
Tage mit weiterer Mahlzeit: 2

Ergibt laut meinen Berechnungen 503,54€

Summe insgesamt von Rechtsträger überwiesen: 2635,66€
Summe insgesamt von mir berechnet: 2740,38€

Ist dies alles richtig berechnet? Vorallem der Februar kommt mir richtig verdächtig vor. Ich hoffe ihr könnt mir helfen!
Azby
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Re: Rechtliche Relevanz?

Beitrag von Azby »

knecht hat geschrieben:
> Ich begann im Oktober 2016 und mir wurden 546,94€ überwiesen.
>
> Tage mit Frühstück: 18
> Tage mit Mittagessen: 19
> Tage mit weiterer Mahlzeit: 2
>
> Ergibt laut meiner Berechnung insgesamt 552,38€

> Überweisung November 2016: 519,74€
>
> Tage mit Frühstück: 22
> Tage mit Mittagessen: 22
> Tage mit weiterer Mahlzeit: 2
>
> Ergibt laut meinen Berechnungen 507,50€
>
> Überweisung Dezember 2016: 538,78€
>
> Tage mit Frühstück: 15
> Tage mit Mittagessen: 15
> Tage mit weiterer Mahlzeit: 2
>
> Ergibt laut meinen Berechnungen 587,74€


Bis hierher stimmt deine Rechnung unter Zugrundelegung deiner Angaben (gleichbleibender Dienstort, kein Abzug für Kochgelegenheit oder überwiegend geringe körperliche Belastung).

> Überweisung Jänner 2017: 572,90€ (Ab jetzt mit der erhöhten
> Grundvergütung!)
>
> Tage mit Frühstück: 21
> Tage mit Mittagessen: 21
> Tage mit weiterer Mahlzeit: 2
>
> +Ich war 4 Tage Dienstunfähig: 13,60€ * 4 = 54,4€
>
> Ergibt laut meinen Berechnungen 589,22€

Wenn du insgesamt 21x Frühstück, 21x Mittagessen und 2x eine weitere Mahlzeit bekommen hast, kannst du für die 4 Tage Krankenstand das Verpflegungsgeld nicht doppelt beziehen - du kannst daher die €54,40 nicht nochmal dazurechnen, weil du ja ohnehin schon das ganze Verpflegungsgeld (€ 13,60) bekommst.

> Überweisung Februar 2017: 457,30€
>
> Tage mit Frühstück: 20
> Tage mit Mittagessen: 20
> Tage mit weiterer Mahlzeit: 2
>
> Ergibt laut meinen Berechnungen 503,54€

Die Rechnung stimmt wieder.

> Ist dies alles richtig berechnet? Vorallem der Februar kommt mir richtig
> verdächtig vor. Ich hoffe ihr könnt mir helfen!

Leider ist bei teilweiser Naturalverpflegung und teilweisem Verpflegungsgeld immer schwer zu sagen, was der Rechtsträger jetzt genau abgerechnet hat. Weißt du, dass der Rechtsträger von den von dir aufgelisteten Mahlzeiten ausgegangen ist?
knecht
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Re: Rechtliche Relevanz?

Beitrag von knecht »

Danke schonmal für deine Hilfe!

Stimmt, die 54,4 sind natürlich falsch, hab mich auch im Monat geirrt, also ich war im Dezember krank, daher stimmt es wieder.

In Summe fehlen mir jetzt etwa 50€. Wobei echt komisch ist, warum sie mir manchmal sogar zuviel überweisen und dann wieder so viel zu wenig. Naja, muss man nicht verstehen.

> Bis hierher stimmt deine Rechnung unter Zugrundelegung deiner Angaben (gleichbleibender Dienstort, kein Abzug für Kochgelegenheit oder überwiegend > geringe körperliche Belastung).

Ein Abzug für überwiegend geringe körperliche Belastung wird mir wahrscheinlich schon abgezogen. Ich weiß zwar nicht warum, weil ich oft schwere Dinge schleppen muss, aber anders kann ich mir die Beträge nicht erklären.

> Weißt du, dass der Rechtsträger von den von dir aufgelisteten Mahlzeiten ausgegangen ist?

Wissen tu ich es zwar nicht, aber ich gehe stark davon aus. Ich arbeite Mo-Fr von 07:00 - 15:00 Uhr und konsumiere Frühstück und Mittagessen.
Alle 2 Wochen arbeite ich 5 Stunden am Sonntag und da bekomme ich die "weitere Mahlzeit". Von diesen Mahlzeiten bin ich ausgegangen, ergibt sich also alleine aus meinem Dienstplan.

Soll ich mal abwarten, wie es die weiteren Monate weitergeht und erst gegen Ende meines Zwangsdienstes fragen wie sich die Abzüge gestalten?
Azby
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Re: Rechtliche Relevanz?

Beitrag von Azby »

knecht hat geschrieben:
> Soll ich mal abwarten, wie es die weiteren Monate weitergeht und erst gegen Ende
> meines Zwangsdienstes fragen wie sich die Abzüge gestalten?

Das ist natürlich schwer zu beantworten, weil das nicht nur eine rechtliche Frage ist. Immerhin geht's auch um die Frage, wie du in Zukunft dort behandelt wirst. Leider gibt das System den Ausbeutern hier viele Möglichkeiten, Zivis zu schikanieren, was dann natürlich missbraucht wird, um einerseits die Rechte der Zivildiener zu untergraben und andererseits diejenigen zu unterdrücken, die versuchen, ihre Rechte durchzusetzen.

Wie sich das Klima in deiner Einrichtung verändert, wenn du sie darauf ansprichst und ob eine möglicherweise schlechtere Stimmung die paar Euro pro Monat wert ist, kann ich nicht beurteilen, wobei ich grundsätzlich ja eher die Meinung vertrete, dass man sich von den Ausbeutern nicht noch mehr ausnehmen lassen sollte, als sie es durch das System Zivildienst ohnehin dürfen.

Ich denke, ein guter Mittelweg wäre es, zunächst mal ganz unverfänglich bei den Zuständigen anzufragen, wie sich denn das Verpflegungsgeld errechnet. Dabei musst du ja nicht dazusagen, dass du der Ansicht bist, dass sie dir idR zu wenig überweisen. Vielleicht können sie dir mal ihre Berechnungsgrundlagen geben, damit wir zumindest nachvollziehen können, wie sie überhaupt auf die Beträge kommen. Dann wäre es auch einfacher, zu beurteilen, ob das Geltendmachen eines Mehrbetrages sinnvoll ist.

Einen Mehrbetrag kannst du im Übrigen binnen 6 Monaten nach Ableistung des Zivildienstes geltend machen, danach sind deine Ansprüche verjährt. Wenn es bei dir jetzt also finanziell nicht ums nackte Überleben geht, kannst du dir auch bis nach dem Zivildienst Zeit lassen.
knecht
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Re: Rechtliche Relevanz?

Beitrag von knecht »

Hallo!

Meine Zwangsarbeit neigt sich dem Ende zu und ich habe mir die restlichen Beträge ausgerechnet.

Überweisung März 2017: 515,78€

Tage mit Frühstück: 23
Tage mit Mittagessen: 23
Tage mit weiterer Mahlzeit: 3

Ergibt laut meinen Berechnungen 511,70€

Überweisung April 2017: 559,30€

Tage mit Frühstück: 19
Tage mit Mittagessen: 19
Tage mit weiterer Mahlzeit: 2

Ergibt laut meinen Berechnungen 540,26€

Überweisung Mai 2017: 534,82€

Tage mit Frühstück: 21
Tage mit Mittagessen: 21
Tage mit weiterer Mahlzeit: 2

Ergibt laut meinen Berechnungen 534,82€

Überweisung Juni 2017: 608,26€

Tage mit Frühstück: 10
Tage mit Mittagessen: 12
Tage mit weiterer Mahlzeit: 2

Ergibt laut meinen Berechnungen 612,34€

Summe insgesamt von Rechtsträger überwiesen: 4853,82€
Summe insgesamt von mir berechnet: 4885,10€

Bedeutet eine Differenz von 31,28€ sollte alles stimmen und ich mich nicht verrechnet haben. Unsicher bin ich mir beim Abzug für geringe körperliche Belastung, denn gerade in den Sommermonaten bin ich nicht der Meinung, dass dieser Abzug gerechtfertigt ist. Ich musste oft Schiebetruhen voll Erde etwa 200m einen Hang hochschleppen oder unzählige Kisten mit giftigen Reinigungsmaterial (20 Liter Kanister) 50m von A nach B transportieren. Sehr oft hat man mich auch einfach so damit ich eine Beschäftigung habe in die pralle Sonne bei 35 Grad stundenlang in den Garten gestellt um dort mit der Hand Unkraut auszuziehen! Beim Rasenmähen hat man mir weder Gehörschutz noch Schutzbrille angeboten und möglicherweise waren für mich auch keine da. Von geringer körperlicher Belastung kann hier also meiner Meinung nach keine Rede sein.

Sollte der Betrag also stimmen werde ich mir wohl die rund 30€ versuchen zu holen.

MfG
Azby
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Re: Rechtliche Relevanz?

Beitrag von Azby »

knecht hat geschrieben:
> Überweisung März 2017: 515,78€
>
> Tage mit Frühstück: 23
> Tage mit Mittagessen: 23
> Tage mit weiterer Mahlzeit: 3
>
> Ergibt laut meinen Berechnungen 511,70€
>
> Überweisung April 2017: 559,30€
>
> Tage mit Frühstück: 19
> Tage mit Mittagessen: 19
> Tage mit weiterer Mahlzeit: 2
>
> Ergibt laut meinen Berechnungen 540,26€
>
> Überweisung Mai 2017: 534,82€
>
> Tage mit Frühstück: 21
> Tage mit Mittagessen: 21
> Tage mit weiterer Mahlzeit: 2
>
> Ergibt laut meinen Berechnungen 534,82€
>
> Überweisung Juni 2017: 608,26€
>
> Tage mit Frühstück: 10
> Tage mit Mittagessen: 12
> Tage mit weiterer Mahlzeit: 2
>
> Ergibt laut meinen Berechnungen 612,34€
>
> Summe insgesamt von Rechtsträger überwiesen: 4853,82€
> Summe insgesamt von mir berechnet: 4885,10€
>
> Bedeutet eine Differenz von 31,28€ sollte alles stimmen und ich mich nicht
> verrechnet haben. Unsicher bin ich mir beim Abzug für geringe körperliche
> Belastung, denn gerade in den Sommermonaten bin ich nicht der Meinung, dass
> dieser Abzug gerechtfertigt ist. Ich musste oft Schiebetruhen voll Erde
> etwa 200m einen Hang hochschleppen oder unzählige Kisten mit giftigen
> Reinigungsmaterial (20 Liter Kanister) 50m von A nach B transportieren.
> Sehr oft hat man mich auch einfach so damit ich eine Beschäftigung habe in
> die pralle Sonne bei 35 Grad stundenlang in den Garten gestellt um dort mit
> der Hand Unkraut auszuziehen! Beim Rasenmähen hat man mir weder Gehörschutz
> noch Schutzbrille angeboten und möglicherweise waren für mich auch keine
> da. Von geringer körperlicher Belastung kann hier also meiner Meinung nach
> keine Rede sein.
>
> Sollte der Betrag also stimmen werde ich mir wohl die rund 30€ versuchen zu
> holen.

Ich hab deine Rechnung stichprobenartig (März und Mai) nachgerechnet - sie scheint richtig zu sein.
knecht
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Re: Rechtliche Relevanz?

Beitrag von knecht »

Alles klar danke!

Und noch was: Wie kann man sich aktuell (politisch oder sonst wie) gegen die Wehrpflicht und Zwangsarbeit einsetzen?. Auf die Schnelle konnte ich keine laufenden Petitionen oder ähnliches finden, irgendwelche Demonstrationen die anlaufen? Würde nur zugerne die Gesichter all der ach so armen sogenannten "Sozialen Einrichtungen" sehen, wenn ihnen die Zwangsarbeiter weggenommen werden. Aber für die jungen Österreicher interessiert doch kein Mensch, die meisten denken wohl eher so wie der nette Sprücheklopfer hier:

https://derstandard.at/permalink/p/1021621848

Solange so ein Denken besteht, gibt's wohl auch keine Besserung
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