Minusstunden

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Zivi1998
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Minusstunden

Beitrag von Zivi1998 » Donnerstag 17. Mai 2018, 18:31

Hallo zusammen!

Ich habe heute durch Zufall gelesen, dass im Zivildienst keine Minusstunden gemacht werden können, bzw. dass sie nicht existieren.
Nun gab es bei mir den Fall, dass ein anderer Zivildiener in seinem letzten Monat laut Chef 80 Minusstunden hatte, die er auch alle in eben jenem Monat aufarbeiten musste. Dadurch hatte er nur 5 Tage frei, was ich nebenbei auch nicht für gerecht halte.
Dadurch dass eben jener Kollege so viel "aufarbeiten" musste, hatte ich enorm viel frei und hab laut Aufzeichnung ca. 65 Minusstunden gemacht, die ich auch nach und nach abgestottert habe. Dieser Monat hat laut Dienstplan ein Soll von 152 Stunden, wobei ich 174 arbeite (nebenbei auch noch 2 Sonntage und einen Feiertag).
Liegt dies denn nun im rechtlichen Rahmen oder ist das eigentlich unzulässig??

Als Draufgabe wurde mir heute mitgeteilt, dass ich meinen Urlaub (habe noch alle 10 Tage zu Verfügung) nicht alle am Ende des Zivildienstes aufbrauchen darf (Ende des Zivildienstes: Ende Juli).
Finde ich momentan alles andere als fair...

Freue mich auf eure Antworten,

LG :)

Azby
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Re: Minusstunden

Beitrag von Azby » Freitag 18. Mai 2018, 21:10

Minusstunden gibt es nicht. Du musst daher auch nichts einarbeiten.
Die Dienstzeiten bei Zivildienern sind leider etwas komplex geregelt. Es gibt dafür eine eigene Dienstzeit-Verordnung.
Lies dir die Verordnung mal durch: https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassu ... 5.2018.pdf

Grob zusammengefasst:
Es gibt zwei Arten von Diensten, nämlich den Normaldienst, der im Wesentlichen immer gleich ist (zB. Mo-Fr 8:00-16:30) und den Turnusdienst, der immer wieder anders ist. Beim Normaldienst darfst du nicht mehr als 45 Stunden je (Kalender-)Woche im Dienstplan haben, beim Turnusdienst nicht mhr als 48. Eine höhere Wochenstundenzahl darf auch nicht mit - nicht existenten - Minusstunden gerechtfertigt werden.

Bloß durch gerechtfertigte Zwischenfälle dürfen ausnahmsweise Überstunden über die bereits im Dienstplan vorhandenen Stunden angeordnet werden. Überstunden dürfen jedoch nicht bereits im Dienstplan stehen.

Die 10 Tage Freistellung stehen dir jedenfalls zu. Sie dürfen dir einseitig vom Vorgesetzten auch nicht vorenthalten werden. Das "Argument Minusstunden" zieht auch hier nicht.

Da bei dir Minusstunden argumentiert werden, handelt es sich wohl um einen Turnusdienst. Schau dir also deinen Dienstplan an, ob er den Bedingungen der Dienstzeit-Verordnung entspricht. Tut er das nicht, konfrontiere den Vorgesetzten damit und verlange, dass er den Dienstplan anpasst.

Wenn sich der Vorgesetzte weigert: Rechtsträger bei der Bezirksverwaltungsbehörde wegen § 67 iVm § 38 ZDG anzeigen (Verwaltungsstrafe) und Anregung an den Landeshauptmann, der Einrichtung die Anerkennung als Träger des Zivildienstes gem. § 4 Abs 4 Z 3 iVm § 38 ZDG abzuerkennen.

Die Freistellung konsumierst du auf jeden Fall, spätestens am Ende des Zivildienstes.

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