Amtsarzt, Befunde, Urlaub und ein verzweifelter Zivi

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atzbacher
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Amtsarzt, Befunde, Urlaub und ein verzweifelter Zivi

Beitrag von atzbacher » Dienstag 7. Oktober 2008, 19:49

Hallo,

hab im August, mit meinen Zivildienst bei RK angefangen. War vorher schon bei dem Verein dabei, zwei ganze Jahre.
Ich Anfang August hin, denn endlich Zivildienst, Geld verdienen auch wenns nicht viel ist, aber als Schüler hat man ja rein gar nichts, endlich dafür bezahlt zu werden was man die vergangen Jahre freiwillig gemacht hat. Naja so weit so gut. Nur war ich leider so naiv und glaubte die Arbeitsleistung als Zivi pro tag ist nicht höher als die eines Freiwilligen. Weit gefehlt, denn anscheinend, scheint sich die Arbeitsleistung eines Zivildieners wie folgt zu berechnen: Man nehme die Leistung eines Tages und ziehe davon sehr sehr wenig ab (Leistung vieler HA) der Rest verbleibt den Zivildienern. Dem war ich leider nicht gewachsen, bin zwangsweise sehr sehr windschnittig mit wenig Muskelmasse, und so kam es wie es kommen mussten, in unserer Wohlstandsgesellschaft nicht unüblich, der Rücken begann zu schmerzen. Nicht Schmerzen von der Sorte "aua, heute tut mir der Rücken weh" vielmehr " oh sch*** ich hab drei Tage nicht mehr geschlafen und weiß nicht mehr wie ich liegen stehen gehen oder sitzen soll", also ich hätt mir das schlüsselbein wieder brechen lassen, wenn mir dafür die Rückenschmerzen erspart geblieben wären.
So jetzt beginnt es aber richtig lustig zu werden.
Ich hab das meinem Dienstführenden erzählt, der mich dann zum Vertrauensarzt geschickt hat. Ergebnis: vorübergehend Tauglich (hab mit der Ärztin gesprochen, die mich sofort für untauglich für den Fahrdienst geschrieben hätte), ich hab dann eine Physiotherapie gemacht, soviel vorweg es hat nahezu nichts gebracht, wollte ja meinen Platz nicht verlieren, versetzungsplatz war laut BMI keiner Verfügbar, und andere Stellen wollten mich nicht haben( wer nimmt schon einen kaputten Zivi?)
Also versuchte ich noch einmal beim RK zu intervenieren, denn Fahrdienst war für mich einfach keine Option mehr, ob nicht ein Innendienstplatz frei wäre, auch das wurde verneint. Darauf bekam ich einen Anruf, dass ich einen Termin beim Amtsarzt bekomme, Feststellung der Tauglichkeit. So weit so gut.
Was sollte ich jetzt tun, wenn ich aus dem Zivildienst entlasse werde?
Zum Glück hab ich mit einem Bekannten gemeinsam den Aufnahmetest an der MUG gemacht und sogar bestanden. Hab mich natürlich wahnsinnig gefreut, denn für den Zividienst kann man sich an der Uni Beurlauben lassen. Somit hätte ich einen fixen Studienplatz für das Medizinstudium WS 2009, und durch den zividienst ca. 4000€ verdient, vielleicht noch in den Ferien ein oder zwei tausend dazu. Das wäre ein richtig guter Start in den neuen Lebensabschnitt gewesen.
Jetzt stand ich da, mit dem Amtsarzttermin am 1.Okt und einer Ungewissen Zukunft. Wenn ich jetzt nur bedingt tauglich bin, bekomm ich eine neue Zivistelle im April oder gar noch später, dann noch acht Monate ableisten und ich könnte auch im Jahr 2009 nicht studieren.
Nun, wenn mich die Amtsärztin wenigstens für zeitlich Untauglich einstuft, könnte ich mit viel Glück noch heuer mit dem Studium beginnen, mit viel Jammer und Klagen bekam ich einen Termin am 15 September anstatt am 1 okt.

Ich hin, und musste mir am Anfang natürlich viel unterstellen lassen, bis zu einem gewissen Punkt verstehe ich die misstrauische Haltung der Amtsärztin, natürlich, hätte wahrscheinlich nicht anderes gehandelt. Die am Ende des Gesprächs dann doch sehr nette Amtsärztin (die mir ratschläge gab, für die ich ihr dankbar bin) gewährt mir zwei Jahre Pause.

Sehr erleichtert, begann ich mit der Suche nach einem Studentenheim, ende September nahe zu unmöglich, aber ich hab eines Gefunden. Also wieder verdammt viel Glück gehabt.

Natürlich war ich sehr erleichtert, weil ich mir eig. gedacht habe, dass ich bis 1 Oktober kein Zivi mehr sein werden.

WEEEEEEEEit gefehlt, die Amtsärztin verlangte von mir noch einen Befund des AKHs, also musste ich eine Woche später im Akh zur abschließenden Untersuchung um dort den Befund zu bekommen in dem steht: Physio hat null gebracht, da bekam ich leider wieder einen Dämpfer, Befund erst in einer Woche, also 30.9, naja dachte ich mir ist ja nicht so schlimm, dann nimmst dir halt den Urlaub, müsste sich noch locker ausgehen.
Doch auch am 30.9 kein Befund zu erhalten, weil Ärztin auf Urlaub.
Uff dachte ich mir, jetzt wirds knapp.
Heute in der Früh bekam die BH dann den Befund, da musste ich erfahren das nun die Amtsärztin nicht da ist, bis Dienstag dem 14.10.
Am 15.10 läuft der Urlaub aus, und ich bin immer noch Zivi.
Ein Zivi der zwar nach wie vor keine Nacht durchschlafen kann, nun nur noch weniger wiegt als am Anfang der ganzen Farce, gerade einmal so schaffe ich die Pflichtseminare an der Uni, und die muss ich machen, sonst is das Jahr beim Teufel.

So jetzt hab ich mich aber in aller Öffentlichkeit ausgeheult.
Bin zwar immer noch am verzweifeln aber besser ist mir.


Hat jemand schon mal so etwas ähnliches erlebt?
Warum sieht das BMI nicht ein, dass es leichter und billiger wäre mich einfach zu entlassen und mir einen Neuen Termin für das Jahr 2010 oder 2011 zu gäben?

Hat jemand hat jemand Erfahrungen wie lange es Dauert bis man Entlassen wird, also der Zeitpunkt zwischen Amtsarzt und Entlassung?

Lg Atzbacher



ps.: Das mit dem Innendienstplatz beim RK steht auf einen anderen Blatt :evil: :evil:

fubar
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Beitrag von fubar » Dienstag 7. Oktober 2008, 21:03

Deine Rückenschmerzen sind vom Dienst verursacht worden so wie ich es da rauslese, also wenn du schlau bist bleibst du Zivi im Krankenstand, weils dich nicht entlassen können, nur wenn du einverstanden bist.
Kriegst weiter Geld und deine Zwangsbeglückung reduziert sich weiter.
Außer du bist heiß darauf deine 9 Monate aktiv zu verbringen.

atzbacher
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Beitrag von atzbacher » Dienstag 7. Oktober 2008, 22:09

das ist zwar eine sehr gute idee, nur kann ich nicht beliebig lang in Krankenstand gehen, zumindest hat das da Chefarzt der OÖGKK gemeint, weil der Behandlungsnachweis fehlt

persönlich muss ich sagen das ich überhaupt nichts gegen 9 monate Zivildienst hab, ganz besonderes weil ich nur noch 6,5 machen muss

8)

Scorch
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Beitrag von Scorch » Mittwoch 8. Oktober 2008, 08:29

Ich würde schon auch sagen, dass du wegen der durch den Zivildienst verursachten Erkrankung beliebig lange in den Krankenstand darfst. Aber selbst wenn nicht, 23 Tage durchgehend gehen immer. Das sollte dir die nötige Zeit bringen.
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