Frauen zum Zivildienst?

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paul007
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Frauen zum Zivildienst?

Beitrag von paul007 » Samstag 17. Februar 2007, 13:58

Hallo da draußen!

Mir ist da mal ne ganz, ganz tolle Idee gekommen. Was spricht eigentlich dagegen auch Frauen zum Zivildienst zu schicken? So könnte man dem durch die Verkürzung entstandenen Zivildienermangel entgegenwirken und würde einen weiteren Schritt in Richtung Gleichberechtigung tun.*grins*
Wenn ein Mädchen schwanger ist, oder aus anderen Gründen beeinträchtigt, dann gibt es einfach ein "UNTAUGLICH" wie bei den Männern. Auf diese Weise könnte jeder etwas zu unserem Sozialsystem beitragen und der Zivildienst könnte auf 6 Monate vereinheitlicht werden!

Was haltet ihr davon?

lg. paul007 :wink:

Dash
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Beitrag von Dash » Samstag 17. Februar 2007, 14:26

Also ich hätte nichts dagegen einzuwenden :) Abwechslung und Gleichberechtigung - 2 Fliegen auf einem Schlag.

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Beitrag von uschebti » Samstag 17. Februar 2007, 15:22

ach neeein sowas böses kann man ja nicht machen, das würde ja die Emanzen aus ihrer raunz-ecke raustreiben und sie müssten mal dafür einstehen was sie sagen.
ich höre aber von der seite komischerweise hier keine "Gleichberechtigung, Gleichberechtigung!" rufe...naja wir sollten uns mal an den Männerminister wenden...

Perth
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Beitrag von Perth » Samstag 17. Februar 2007, 15:39

Das ist - mit Verlaub - ja eine ganz, ganz neue Idee, ist zuvor sicher noch niemandem gekommen. :D

Im Ernst: Eine »Zivildienstpflicht« scheint ja aus Gründen des Menschenrechts (dem Verbot der Zwangsarbeit im Speziellen) nicht möglich, demnach müsste man - wenn schon - die Wehrpflicht auch für Frauen einführen. Das empfände ich persönlich auch als nur gerecht (auch wenn meine Deutsch-Professorin im Gymnasium dauerhaft darauf pochte, dass dies eine große Ungerechtigkeit darstellen würde), für sonderlich realistisch halte ich eine solche Veränderung aber nicht, schon gar nicht in Österreich.

paul007
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Beitrag von paul007 » Samstag 17. Februar 2007, 17:03

Hmmm... *grübel*

Ganz so unrealistisch ist das auch wieder nicht. Durch die Reformwut der Politiker kann so etwas schneller passieren als man denkt. So würde sich das Blatt sogar zum Guten (!) wenden und diese Regelung wäre meiner Meinung nach nur fair!
Die Wehrpflicht wurde in Österreich zu einer Zeit eingeführt wo jede Frau noch ein Dutzend Kinder hatte für das sie sorgen musste. Berechtigter Weise wurde ihnen das auch angerechnet. Heute, wo die meisten jungen Frauen kinderlos sind, wird es Zeit dieses "mittelalterliche" System zu überdenken und den aktuellen Gegebenheiten anzupassen.

Natürlich soll es den Frauen auch möglich sein (wenn sie verrückt genug sind), sich statt dem Zivildienst zum Heer zu melden. Das ist aber ohnehin selbstverständlich und auch heute schon möglich.

Grüße

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Beitrag von Scorch » Samstag 17. Februar 2007, 18:02

Das wird mit Sicherheit nicht passieren. Ganz im Gegenteil: man überlegt ja schon, ob man die Wehrpflicht nicht als Ganzes abschafft.
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Beitrag von MA2412 » Samstag 17. Februar 2007, 18:16

In Israel ist man den Schritt sogar schon gegangen, aber Frauen müssen nicht so lang zum Wehrdienst und werden so weit ich weiß nicht an der Front eingesetzt.
In Österreich tippe ich aber eher auf eine Abschaffung der Wehrpflicht - vermitlich mit der Umsetzung des Schengener Abkommens in unseren Nachbarstaaten.
Sclaverey oder Leibeigenschaft, und die Ausübung einer darauf sich
beziehenden Macht, wird in diesen Ländern nicht gestattet.
(aus § 16 ABGB)

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Beitrag von vheissu » Samstag 17. Februar 2007, 19:03

paul007 hat geschrieben:Die Wehrpflicht wurde in Österreich zu einer Zeit eingeführt wo jede Frau noch ein Dutzend Kinder hatte für das sie sorgen musste. Berechtigter Weise wurde ihnen das auch angerechnet. Heute, wo die meisten jungen Frauen kinderlos sind, wird es Zeit dieses "mittelalterliche" System zu überdenken und den aktuellen Gegebenheiten anzupassen.
hmm... wehrpflicht für alle, ein wirklich toller fortschritt! :roll:

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Beitrag von MA2412 » Samstag 17. Februar 2007, 19:25

"Wehrpflicht für alle" hielte ich für ideologisch argumentierbar.
Sclaverey oder Leibeigenschaft, und die Ausübung einer darauf sich
beziehenden Macht, wird in diesen Ländern nicht gestattet.
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Beitrag von Perth » Samstag 17. Februar 2007, 19:34

Scorch hat geschrieben:Das wird mit Sicherheit nicht passieren. Ganz im Gegenteil: man überlegt ja schon, ob man die Wehrpflicht nicht als Ganzes abschafft.
Darauf wäre ich ja sehr gespannt. Die damit verbundene Wegfall des Heeresersatzdienstes würde - so, wie ich das sehe - tatsächlich den viel beschworenen Kollaps des Sozialsystems bedeuten. Heute schon kann es dir passieren, dass bei einem Notruf am Land ein Rettungsfahrzeug daher kommt, das erstens internationalen Standards nun wirklich nicht entspricht, und zweitens mit - ebenfalls über die Grenzen hinweg gesehen - minderqualifiziertem Personal besetzt ist. Das funktioniert aber noch gerade so irgendwie. Wenn dann eben dieses Personal (das zum großen Teil freiwillig tätig ist) auch noch die Aufgaben übernehmen muss, die derzeit von Zivildienern wahrgenommen werden, dann möchte ich lieber in Deutschland zu einem Patienten werden.

Darum bekenne ich mich ja auch als »Fan« des Zivildienstes, aber nicht als verachteter, gesetzeswidrig bezahlter Zwangsdienst sondern als verpflichtender Dienst an der Gemeinschaft. Auf den können wir nämlich erst verzichten, wenn wir wesentlich mehr Geld in das Sozialsystem investieren.

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Beitrag von MA2412 » Samstag 17. Februar 2007, 19:55

Durch Abschaffung der Wehrpflicht wird eh viel Geld frei, das man dann ins Sozialsystem pumpen kann.
Sclaverey oder Leibeigenschaft, und die Ausübung einer darauf sich
beziehenden Macht, wird in diesen Ländern nicht gestattet.
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Beitrag von Perth » Samstag 17. Februar 2007, 20:03

Ich halte es für höchst fraglich, dass dieses Geld auch nur ansatzweise ausreichen würde. Ich kann jetzt nur für den Rettungsdienst sprechen, aber schon der Status Quo ist beinahe nicht zu finanzieren, und selbiger ist bereits alles andere als wünschenswert. Sollte man hier also auch mal akzeptable Zustände (ohne Zivildiener) erreich wollen, bräuchte man doch sehr, sehr viel Geld. Und eigentlich bräuchte das Bundesheer ja auch noch ein paar neue Pandur und, und, und...

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Beitrag von MA2412 » Samstag 17. Februar 2007, 20:14

Wieviel Geld denn?
Zivi: Pro Monat 260 Grundvergütung + 375 (für Rechtsträger optimistisch geschätzt) Verpflegungsgeld, also insgesamt 635 EUR.
Im schlimmsten Fall wären es sogar 260 + ca. 400 EUR, also insgesamt 660 EUR.
Ein Hauptamtlicher wird nicht so viel teurer kommen, als daß sich das nicht durch Wegfall der Kosten für Grundwehrdiener und Zivildiener für dne Staat refinanzieren ließe.
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Beitrag von Perth » Samstag 17. Februar 2007, 20:19

Wenn ich die Gehälter der Sanitäter der MA70 (Berufsrettung Wien) mit denen der Zivildiener vergleiche, fallen mir schon Diskrepanzen auf, die sich nicht bloß durch Weglassen der Wehrpflicht ausgleichen lassen. Zugegeben, die MA70 ist einer der wenigen Rettungsdienste, der ausreichend bezahlt wird, aber man muss sich ja an positiven Beispielen orientieren.

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Beitrag von MA2412 » Samstag 17. Februar 2007, 20:41

Die Aufgaben, die Zivis normalerweise erfüllen, lassen sich aber wahrscheinlich auch durch weniger qualifiziertes Personal erledigen.
Sclaverey oder Leibeigenschaft, und die Ausübung einer darauf sich
beziehenden Macht, wird in diesen Ländern nicht gestattet.
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Beitrag von Perth » Samstag 17. Februar 2007, 20:56

Ich weiß nicht, ob Notfallsanitäter bei der Wiener Rettung mehr verdienen als Rettungssanitäter, beim Wiener Roten Kreuz tun sie's jedenfalls nicht. Und ein hauptamtlicher Rettungssanitäter ist nicht qualifizierter als ein Zivildiener, er hat in den meisten Fällen bloß mehr Erfahrung. Mit selbiger fängt aber keiner an...

Meine Argumentation ist jetzt natürlich sehr Rettungsbezogen, was vielleicht an meinem Posten liegen könnte. :D

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Beitrag von MA2412 » Samstag 17. Februar 2007, 21:06

Zivis werden aber - da sie derzeit so billig sind - auch anderswo eingesetzt.
In vielen Bereichen könnte man locker zwei Zivis durch einen Hauptamtlichen ersetzen.
Sclaverey oder Leibeigenschaft, und die Ausübung einer darauf sich
beziehenden Macht, wird in diesen Ländern nicht gestattet.
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Beitrag von paul007 » Samstag 17. Februar 2007, 21:28

Ja, ja, Geld regiert die Welt!

@vheissu: Auch wenn ich dein Avatar total super finde, glaube ich, dass du die Grundidee nicht ganz verstanden hast. Es geht darum, dass jeder österreichische Staatsbürger seinen Beitrag leistet, was überhaupt nichts mit "einer Wehrpflicht für alle" zu tun hat. Wie du aus der obigen Diskussion entnehmen kannst, ist Sozialarbeit dringend nötig. Eine Abschaffung der Wehrpflicht währe tatsächlich das Schlimmste, was unserem "Sozialstaat" passieren könnte.

Die potentielle Lösung: Ein halbes Jahr verpflichtender, gemeinnütziger Arbeit für Mann und Frau, oder als Alternative der gute alte Heerdienst. :wink:

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Beitrag von MA2412 » Samstag 17. Februar 2007, 22:17

Das Sozialsystem funktioniert in anderen Ländern auch ohne Zwangsdienst.
Sclaverey oder Leibeigenschaft, und die Ausübung einer darauf sich
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Beitrag von vheissu » Samstag 17. Februar 2007, 23:05

paul007 hat geschrieben:Ja, ja, Geld regiert die Welt!

@vheissu: Auch wenn ich dein Avatar total super finde, glaube ich, dass du die Grundidee nicht ganz verstanden hast. Es geht darum, dass jeder österreichische Staatsbürger seinen Beitrag leistet, was überhaupt nichts mit "einer Wehrpflicht für alle" zu tun hat. Wie du aus der obigen Diskussion entnehmen kannst, ist Sozialarbeit dringend nötig. Eine Abschaffung der Wehrpflicht währe tatsächlich das Schlimmste, was unserem "Sozialstaat" passieren könnte.

Die potentielle Lösung: Ein halbes Jahr verpflichtender, gemeinnütziger Arbeit für Mann und Frau, oder als Alternative der gute alte Heerdienst. :wink:
wie schon perth festgestellt hat, stünde ein verpflichtender sozaldienst ein bisserl im konflikt mit der EMRK, von daher müsste sowas über die schiene einer allgemeinen wehrpflicht laufen. und ehrlich gesagt erachte ich es nicht als sonderlichen zivilisatorischen fortschritt, dieses instrument des zwanges noch weiter auszuweiten als es einzuschränken und abszuschaffen. nicht vergessen: ein gutes sozialsystem ist zwar sehr wichtig, andererseits ist ein zwangsdienst ein massiver eingriff in individuelle freiheitsrechte; ich denke nicht, dass dies unbedingt notwendig ist.

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