Ehemalige ZVDleistende und der Waffenschein.

Hier können Ex-Zivi's über ihr Leben nach dem Zivi diskutieren

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NoGravity22
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Ehemalige ZVDleistende und der Waffenschein.

Beitragvon NoGravity22 » Dienstag 23. Januar 2007, 12:43

Hi leute,

erstmal ein herzliches hallo an alle ex zivis, zivis und solche dies noch werden wollen- oder auch nicht, denn:

obwohl mein zivildienst ganz ok war, habe ich nochimmer einen bitteren nachgeschmack. es scheint, als würde man mit dem zivildiener und dem "der beim bh war", eine klare zweiklassengesellschaft erzeugen.

konkret spreche ich das 15 jährige verbot gegen genehmigungspflichtige waffen an für zivildiener.

kennt wer von euch ex zivis die trotzdem ein waffenrechtliches dokument ausgestellt bekommen haben??

lg. dave

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MA2412
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Re: Ehemalige ZVDleistende und der Waffenschein.

Beitragvon MA2412 » Dienstag 23. Januar 2007, 15:30

NoGravity22 hat geschrieben:kennt wer von euch ex zivis die trotzdem ein waffenrechtliches dokument ausgestellt bekommen haben??

Das will ich doch nicht hoffen.
Die zuständigen Behörden werden vom Waffenverbot informiert (oder sind verpflichtet sich bei der ZISA zu informieren)und begehen einen Rechtsbruch, wenn sie trotzdem einen Waffenschein ausstellen.

Ansonsten empfehle ich Dir diesen Thread:
http://www.ziviforum.com/viewtopic.php?t=6124
Sclaverey oder Leibeigenschaft, und die Ausübung einer darauf sich
beziehenden Macht, wird in diesen Ländern nicht gestattet.
(aus § 16 ABGB)

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Beitragvon NoGravity22 » Dienstag 23. Januar 2007, 17:45

ausnahmen ein waffenrechtliches dokument zu bekommen gib es nicht? das zvd gesetz ist verfassungsgesetz, das recht auf leben, dieses zu verteidigen ist auch verfassungsgesetz... waffen zu besitzen wird somit zum verfassungsgesetz... das muss man doch in anspruch nehmen können??

Scorch
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Beitragvon Scorch » Dienstag 23. Januar 2007, 17:49

Du kannst den bösen Einbrecher verprügeln, mit dem Küchenmesser pieksen, mit dem Samuraischwert zerschnetzeln oder mit dem selbstgebauten Flammenwerfer toasten. Nur Schusswaffen darfst du nicht haben.
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Beitragvon NoGravity22 » Dienstag 23. Januar 2007, 17:53

Scorch hat geschrieben:Du kannst den bösen Einbrecher verprügeln, mit dem Küchenmesser pieksen, mit dem Samuraischwert zerschnetzeln oder mit dem selbstgebauten Flammenwerfer toasten. Nur Schusswaffen darfst du nicht haben.


blödsinn, ich darf alle nicht genehmigungspflichtigen schusswaffen besitzen die ich will.. das waffenverbot bezieht sichauf waffen, welche genehmigungspflichtig sind.

also alle halbautomaten, alle halbautomaten welche unter 60cm gesamtlänge fallen (pistolen und revolver) ....

kipplaufflinten, repetierbüchsen, revolverbüchsen sind jedoch kein problem.

lg. dave

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Beitragvon MA2412 » Dienstag 23. Januar 2007, 17:58

Ähm, und wo ist dann Dein verfassungsrechtliches Problem?
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beziehenden Macht, wird in diesen Ländern nicht gestattet.

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Beitragvon NoGravity22 » Dienstag 23. Januar 2007, 18:37

MA2412 hat geschrieben:Ähm, und wo ist dann Dein verfassungsrechtliches Problem?


tja, das is da, weil ich mich mit einer glock 20 mit lasermax verteidigen will, und nicht mit einer remington 700.... :?

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Beitragvon Z@BPDWIEN » Dienstag 23. Januar 2007, 18:37

NoGravity22 hat geschrieben:das zvd gesetz ist verfassungsgesetz, das recht auf leben, dieses zu verteidigen ist auch verfassungsgesetz... waffen zu besitzen wird somit zum verfassungsgesetz...


:lol:
MA2412 ist ein ehemaliger Zivildiener
Z@BPDWien ist ein ehemaliger Zivildiener
MA2412 wird somit zu Z@BPDWien et vice versa :idea:

NoGravity22 hat geschrieben:tja, das is da, weil ich mich mit einer glock 20 mit lasermax verteidigen will, und nicht mit einer remington 700.... :?


Oooooooooooooh, du Armer :cry:
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Beitragvon MA2412 » Dienstag 23. Januar 2007, 18:53

NoGravity22 hat geschrieben:tja, das is da, weil ich mich mit einer glock 20 mit lasermax verteidigen will, und nicht mit einer remington 700.... :?

Wo steht in der Verfassung Dein Recht auf Verteidigung mit einer Glock 20 verbrieft?
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Beitragvon Scorch » Dienstag 23. Januar 2007, 19:32

Verzeih wenn ich lache. Wer zur Verteidigung seines Lebens nicht mit einem Gewehr auskommt sondern stattdessen unbedingt eine halbautomatische Pistole mit Laserzieleinrichtung benötigt, sollte besser nicht in der Zivildiensterklärung unterschreiben, Waffengewalt abzulehnen.
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Beitragvon NoGravity22 » Dienstag 23. Januar 2007, 19:53

ich bin schon arm, gell?

nein schauts her.. lassen wir mal die waffen waffen sein. und betrachten wir mal stattdessen, das zivildienerleben und den zivildienst in österreich als solchen.

der zivildienst:

meiner meinung nach ein fundamentales instrument unseres sozialsystems. ohne zivildienst könnten diverse soziale einrichtungen nicht mehr betrieben werden, und wenn doch dann nur mit exzessivem finanziellen mehraufwand.

der zivildienst ist mMn schon lange keine "alternative" mehr zum wehrdienst, er ist ein vollständiges eigenständiges konstrukt.

Und trotzdem wird der zivildienst immer wieder belächelt, jeder ivildiener ist schonmal ein weichei, wird dargestellt als was "besseres", als jemand der meint er könne sich von seinem staatsbürgerlichen Pflichten, nämlich das hoch und heilige land zu verteidigen drücken, ein fauler knochen,..

und ich habe mir diese zumutungen nicht selbst ausgedacht, sondern solche gedankengänge sind in österreichern tatsächlich verankert.
nehmen wir mal widerwillig unser klischee an und lassen mal dumme vorurteile einfach dumme vorurteile sein.

Wiso nimmt sich die österreichische Gesetzgebung die freiheit, österreichische staatsbürger, bevor diese zivildienst antreten das recht sich deren antrag auf zivildienst nicht einmal auf inhaltliche angaben zu prüfen? Das Argument "ich mag nicht mit waffen auf menschen schießen und deshalb kann ich nicht meinem staat mit der waffe dienen" ist längst überholt. ich möchte nicht wissen wieviele zivildiener einfach zivildienst machen einfach weil sie ein problem mit dem Bundesheer haben? oder ein Autoritätsproblem? oder einfach mit der Behandlung beim Heer, oder einfach die meinung haben ordnung und disziplin anders lernen zu können als sich von stupiden vollgelaufenen typen anscheien zu assen?

wiso nimmt sich die österreichische gesetzgebung die freiheit, einem zivildiener etwas menschlich absolut vertretbares (nämlich eine feuerwaffe zu kaufen, um damit schießsport, selbstverteidigung,.. etc) zu verbieten? Ein ziviliener ist ja i d R kein psycho, wafen narr, etc., eher im gegenteil. Und auch wenn meine meinung zu diesem punkt belächelt wird, finde ich es eine frechheit, eine disriominierung und den ersten schritt in eine klare zweiklassengesellschaft.

Nämlich dennen die BH wähne und die anderen die zvd machen. beides notwendig, beides legitim, aber offensichtlich nicht gleichwertig in unserer gesellschaft und in unserem gesetz.

und recht hat nicht immer was mit richtigkeit zu tun. und vielleicht sollten die zivis noch ein bisschen mehr für ihr recht kämpfen- das fängt beim verpflegungsendgeld an und hört bei für so manchen vielleicht unwichtigen dingen wie waffenbesitz nach dem zivildienst auf... weil sons wird der zvd immer an zweiter stelle sein und zvdner immer den scherben auf haben...

mfg. dave

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Beitragvon Scorch » Dienstag 23. Januar 2007, 20:12

Der Zivildienst ist per Definition ein Wehrersatzdienst. Man darf nicht aus Lust und Laune zum Zivi, sondern ausschließlich wenn man den Wehrdienst aufgrund von Gewissensproblemen bei der Anwendung von Waffengewalt gegen Menschen nicht leisten kann. Andere persönliche Gründe wiegen nicht schwer genug um dem Grundwehrdienst zu entkommen. Wer Waffengewalt gegen Menschen ablehnt, benötigt auch keine Waffen. Leider wird dabei auf Jäger, Sportschützen usw. keine Rücksicht genommen, die ja auch keine Gewalt gegen Menschen anwenden.
Aus den "Weichei"-Sprüchen darfst du dir nichts machen, ich steh da drüber. Ich bin stolz darauf, dass ich im Zivildienst tatsächlich etwas für die Allgemeinheit geleistet habe, da gehen mir die Kommentare von den paar Militärfuzzis oder Erzkonservativen am Popo vorbei. Wer auch nur kurz darüber nachdenkt, sagt eh nichts mehr gegen den Zivildienst.
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Beitragvon markopolo » Dienstag 23. Januar 2007, 23:01

NoGravity22 hat geschrieben:oder ein Autoritätsproblem? oder einfach mit der Behandlung beim Heer,



was machen denn die leute, wenns in der realen arbeitswelt sein?
scheißen die sich dann auch an, wenn der chef klare linien zieht?
ein projekt nicht fertig wird und er mal in einen lauteren ton sagt, was sache ist?

und ich hatte beim zivi genauso meine vorgesetzten

NoGravity22 hat geschrieben:oder einfach die meinung haben ordnung und disziplin anders lernen zu können als sich von stupiden vollgelaufenen typen anscheien zu assen?


das ist meiner meinung nach genauso eine disqualifizierende aussage! würde an deiner stelle bei solchen aussagen vorsichtig sein, ausser du hast definitiv beweise, dass alle die dir beim bundesheer befehlen dürfen, dabei immer angetrunken sind.
Etwas zu kennen bedeutet, es konkret erfahren zu haben.
Ein Kochbuch wird euren Hunger nicht befriedigen.
(Takuan)

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Beitragvon Z@BPDWIEN » Mittwoch 24. Januar 2007, 22:01

NoGravity22 hat geschrieben:der zivildienst ist mMn schon lange keine "alternative" mehr zum wehrdienst, er ist ein vollständiges eigenständiges konstrukt.


Wie du richtig sagst deiner Meinung nach.

NoGravity22 hat geschrieben:Wiso nimmt sich die österreichische Gesetzgebung die freiheit, österreichische staatsbürger, bevor diese zivildienst antreten das recht sich deren antrag auf zivildienst nicht einmal auf inhaltliche angaben zu prüfen?


Es gab früher eine "inhaltliche Prüfung" vor der Gewissenskommission. Mit deiner Einstellung zu Waffen hättest du dort allerdings keine gute Chancen gehabt Zivildiener zu werden.

NoGravity22 hat geschrieben:Das Argument "ich mag nicht mit waffen auf menschen schießen und deshalb kann ich nicht meinem staat mit der waffe dienen" ist längst überholt.


Nein ist es nicht.

NoGravity22 hat geschrieben:ich möchte nicht wissen wieviele zivildiener einfach zivildienst machen einfach weil sie ein problem mit dem Bundesheer haben? oder ein Autoritätsproblem? oder einfach mit der Behandlung beim Heer, oder einfach die meinung haben ordnung und disziplin anders lernen zu können als sich von stupiden vollgelaufenen typen anscheien zu assen?


Diejenigen haben eine falsche Erklärung abgegeben. Du kannst sogar froh sein dass es keine inhaltliche Prüfung gibt sonst könnte so eine Erklärung durchaus als Entziehung vor der Wehrpflicht durch Täuschung gesehen werden.

NoGravity22 hat geschrieben:wiso nimmt sich die österreichische gesetzgebung die freiheit, einem zivildiener etwas menschlich absolut vertretbares (nämlich eine feuerwaffe zu kaufen, um damit schießsport, selbstverteidigung,.. etc) zu verbieten?


Es ist menschlich auch vertretbar seine Wehrpflicht zu erfüllen. Diese Argumentation ist nicht schlüssig. Nur weil etwas vertretbar ist oder wäre muss es noch lange nicht erlaubt sein. Drogenkonsum ist je nach Standpunkt und Definition (Alkohol?, Koffein?,) auch vertretbar. Trotzdem ist er verboten bzw. eben diese Stoffe die als "Drogen" definiert wurden.

NoGravity22 hat geschrieben:Ein ziviliener ist ja i d R kein psycho, wafen narr, etc.,


Nein es ist jemand der Waffengewalt gegen Menschen ablehnt.

NoGravity22 hat geschrieben:und recht hat nicht immer was mit richtigkeit zu tun.


Das ist eine rechtsphilosophische Frage über die sich Juristen, Philosophen, Politiker, Theologen, ... schon seit Jahrhunderten streiten. Das ist nicht objektivierbar sondern hängt immer vom Standpunkt ab. Schon einmal ob man dem Recht diese Intention (unbegrenzt) zuerkennt und in weiterer Folge was "Gerechtigkeit" überhaupt ist.
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Beitragvon -kris » Freitag 23. Februar 2007, 12:00

Im Übrigen bin ich der Meinung, dass im Fun und Diverses-Unterforum die Bearbeitungsfunktion für Beiträge eingeschaltet werden sollte.

loyd
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Beitragvon loyd » Freitag 27. Juli 2007, 14:59

NoGravity22 hat folgendes geschrieben: ‹ markieren ›
ich möchte nicht wissen wieviele zivildiener einfach zivildienst machen einfach weil sie ein problem mit dem Bundesheer haben? oder ein Autoritätsproblem? oder einfach mit der Behandlung beim Heer, oder einfach die meinung haben ordnung und disziplin anders lernen zu können als sich von stupiden vollgelaufenen typen anscheien zu assen?



Diejenigen haben eine falsche Erklärung abgegeben. Du kannst sogar froh sein dass es keine inhaltliche Prüfung gibt sonst könnte so eine Erklärung durchaus als Entziehung vor der Wehrpflicht durch Täuschung gesehen werden.


Ich war beim Zivildienst weil es mir einfach vernünftiger vorkam als das Bundesheer.
Das Heer hat positive und negative Seiten. Beim Heer wäre es mir vermutlich "besser" gegangen als beim Zivi. Aber im Endeffekt war der Grund nicht meine Haltung gegenüber den Waffen und derGewalt, welcher mich zum Zivi getrieben hat.

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Beitragvon DerJon » Mittwoch 29. August 2007, 13:46

Im Grunde genommen kann man dieses 15jährige Waffenverbot auch als kleine Prüfung der Ehrlichkeit bei der Zivildiensterklärung ansehen: wer diese nach der eigentlich richtigen Begründung abgibt, wird mit diesem Verbot keine Probleme haben. Sollte man vor Waffengewalt allerdings nicht zurückschrecken, so könnte diese kleine Klausel zum einzigen Kontrapunkt in der Überlegung mutieren. Zudem ist "Waffengewalt gegen Menschen" auch breit gefächert: so war es auch bei mir ein Argument, aber sicher nicht das Wichtigste. Natürlich habe ich Abscheu davor, Waffengewalt grundlos gegen andere Menschen einzusetzen, mit grundlos meine ich auch, wenn mir dieses befohlen wird (z.B. im Krieg [Achtung fiktives Szenario! In Österreich abstraktes Denken vonnöten ;) ] ). Somit ist die Anforderung, Waffengewalt gegen Menschen anzuwenden, für mich erfüllt, mündet aber gleichzeitig in ein (persönlich) wichtigeres Argument - nämlich der Abscheu gegen das Heer (andererseits würde ich es in eben diesem fiktiven Krieg ablehnen, mich auf Befehl einer Gefährdung durch andere Menschen auszusetzen - noch mehr Abscheu. Außerdem graust mir einfach beim Gedanken an das klischeehafte marschieren - kriechen - strammstehen). Auf der anderen Seite wäre der Gewissenskonflikt kleiner, wenn es sich bei der Bedrohung von Menschen durch mich in gewissen anderen Situationen dreht, siehe Einbruch, womöglich wenn meine Familie dabei gefährdet wird. Wüsste nicht, wie ich dann reagieren würde, wenn ich eine Waffe hätte, gottseidank werde ich ja wohl hoffentlich nie in diese Situation kommen :? . Aber habe ich dann etwa nicht das Recht, mich auch angemessen verteidigen zu können? Fazit: Waffenverbot naja, Verbot der Ausübung polizeilicher Berufe ja.

P.S.: ein bisschen dreister gesehen und natürlich widerlegbarer könnte ich auch einfach sagen, wo bleibt mein Recht, dass ich auch einfach Abscheu gegen das Heer empfinden darf? Kann mich an keinen Vertrag erinnern, den ich unterschrieben hätte, das ich mit einer derartigen Pflicht einverstanden bin. Darf ich jetzt bei Nicht-einverstandensein mit diesem Vertrag nicht leben, oder wie? Um dieser schweren philosophischen Frage zu entgehen, mach ich halt einfach Zivi...wenn das auch nicht ganz freiwillig ist ;) Aber ich bekomm ja auch (wenig) Geld dafür ;)
ION, nicht TSCHONN!

Gunter
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Beitragvon Gunter » Mittwoch 18. Februar 2009, 15:15

Wenn Dir die Pflichten eines österreichischen Staatsbürgers nicht gefallen kannst Du die Staatsbürgershaft gerne aufgeben und die eines anderen Staates annehmen.

Langwaffen darfst Du derzeit noch besitzen und auch auf Schießständen verwenden. Die neue EU Richtlinie sieht jedoch eine "besondere Erlaubnis" auch für diese Waffen vor - die Dir als (ex)Zivi jedoch nicht erteilt werden darf.


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