Berufliche "Kollegen"

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myok
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Berufliche "Kollegen"

Beitrag von myok » Sonntag 26. März 2017, 00:03

Hi,

in welchem Verhältnis stehen die beruflichen bzw hauptamtlichen Kollegen zu uns? Sind sie tatsächlich Kollegen, Vorgesetzte oder was anderes (ist das gesetzlich festgelegt)? Dürfen sie uns Arbeit anschaffen? Wieviel muss ich mir von ihnen gefallen lassen?

Bin beim Roten Kreuz, LV OÖ.

Danke im Voraus :D

Azby
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Re: Berufliche "Kollegen"

Beitrag von Azby » Sonntag 26. März 2017, 12:27

myok hat geschrieben:
> in welchem Verhältnis stehen die beruflichen bzw hauptamtlichen Kollegen zu
> uns? Sind sie tatsächlich Kollegen, Vorgesetzte oder was anderes (ist das
> gesetzlich festgelegt)? Dürfen sie uns Arbeit anschaffen? Wieviel muss ich
> mir von ihnen gefallen lassen?

Grundsätzlich ist im Gesetz nicht geregelt, dass den hauptberuflich bei der Einrichtung tätigen Personen automatisch Weisungsbefugnisse zukommen würden. Das Zivildienstgesetz kennt in diesem Zusammenhang nur den "Vorgesetzten". Diesem gegenüber bist du im Wesentlichen verantwortlich. Auch an seine Weisungen musst du dich - mit Ausnahmen - halten. Das Gesetz ist hier leider etwas inkonsequent, weil es größtenteils von dem (Einzahl) Vorgesetzten, in § 22 Abs 2 ZDG jedoch von den "dienstlichen Weisungen seiner Vorgesetzten" (Mehrzahl) spricht. Grundsätzlich ist es daher nicht ausgeschlossen, dass den hauptberuflich Tätigen in Einzelfällen auch eine Vorgesetztenstellung mit Weisungsbefugnis zukommt. Das wird man jedoch im jeweiligen Einzelfall prüfen müssen und lässt sich nicht pauschal beantworten. Es muss jedoch wohl irgendwann mal der Vorgesetzte kommunizieren, dass zB ein Hauptberuflicher, bei dem man bspw. mit dem KTW mitfährt, während des Dienstes Weisungen geben darf. Eine automatische Weisungsbefugnis eines Hauptberuflichen würde ich nicht annehmen.

An sich bildet die vorsätzliche (!) Nichtbefolgung einer Weisung eines Vorgesetzten eine Verwaltungsübertretung. Dazu muss dir jedoch der Vorsatz nachgewiesen werden, der sich auch darauf erstrecken muss, dass die Weisung grundsätzlich von einem Vorgesetzten erteilt wurde. Wenn du also vor der Verweigerung der Ausführung einer Weisung keinen Anhaltspunkt dafür hattest, dass es sich bei der weisungsgebenden Person um "einen Vorgesetzten" handelt, wird der Vorsatz fehlen und eine Strafbarkeit ausscheiden. Sei dir aber auch der Tatsache bewusst, dass sowohl die Einrichtungen als auch die Verwaltungsbehörden tendenziell zivildienstfeindlich gesinnt sind und du in der Praxis einen gewissen Aufwand haben wirst, dich gegen einseitige Tendenzen zur Wehr zu setzen, wenn du ihnen einen Angriffspunkt bietest...

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