Beschwerde einer Mitarbeiterin

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Zwangsarbeiter1001
Jungzivi
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Beschwerde einer Mitarbeiterin

Beitrag von Zwangsarbeiter1001 »

Ich betreue Behinderte beim Wohnen (Lebenshilfe Steiermark), muss eigenständig Windeln wechseln, die Bewohner waschen, etc und das ganze sogar auch bei Schwerbehinderten ohne spezielle Schulung. Heute hatte ich Frühdienst, dann meinte eine Mitarbeiterin, dass ich länger bleiben muss, weil jemand zum Arzt muss und eine andere krank war und überall Erbrochenes war. Sie meinte, ich soll sie zum Arzt fahren (natürlich bittet sie nicht mal nett, meinte nur, wenn ich einen Termin hab, dann fällt der flach ) ... Ich war auch damit einverstanden, dachte mir, fahren ist ganz nett, warum nicht ... Dann bin ich extra heim um meinen Führerschein zu holen und wieder zurückgehetzt, dann heißt es, der Plan hat sich geändert. Dann hab ich 1 Stunde lang nach meiner Dienstzeit (6:15-8:30), bis also 9:30, alles gesäubert. Die Mitarbeiterin hat mich die Drecksarbeit machen lassen, ich hab ca. 80% gehabt, dann kommt sie dazu .. Ich hab dann gesagt, dass ich nicht alles auf einmal machen könnte, ob dass nicht sie kann. Dann ist sie extrem sauer geworden, meinte der Ton passt ja wohl gar nicht. Ich hab gesagt, ich habe eig. gar keinen Dienst mehr und bin trotzdem noch da !!! Dann meinte sie, sie reicht eine Beschwerde bei der Chefin ein :)

Nun ein paar Fragen:

1. Was kann ich denn machen, wenn ich eine Beschwerde kriege bzw. eine Strafe? Muss ich das Zahlen, denn ich war ja offiziell nicht mehr im Dienst, also kann ich doch mit ihr wie mit jeder anderen Person auch reden (natürlich keine Beleidigungen), sie meinte nur, ich sei arrogant, etc ...

2. DIe Behinderten sind psychisch sehr anstrengend, ich schlafe schon seit Beginn extrem schlecht, bin immer müde, unkonzentriert, erhole mich nicht, kann mich auch daheim nicht mehr entsapnnen, etc ... Wäre das nicht schon Grund genug für eine Krankheit aufgrund des Zivildiensts? Habe auch eine Nebelhöhlenentzündung, die laut HNO Arzt auf psychische Ursachen zurückzuführen ist ... Was sind denn meine besten Optionen?

3. Den Dienstplan so kurzfristig zu ändern, also am selben Tag noch muss doch rechtswidrig sein?
Zuletzt geändert von Zwangsarbeiter1001 am Mittwoch 16. November 2016, 16:28, insgesamt 3-mal geändert.
Azby
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Re: Beschwerde einer Mitarbeiterin

Beitrag von Azby »

Zwangsarbeiter1001 hat geschrieben:
> Ich betreue Behinderte beim Wohnen, muss eigenständig Windeln wechseln, die
> Bewohner waschen, etc und das ganze sogar auch bei Schwerbehinderten ohne
> spezielle Schulung. Heute hatte ich Frühdienst, dann meinte eine
> Mitarbeiterin, dass ich länger bleiben muss, weil jemand zum Arzt muss und
> eine andere krank war und überall Erbrochenes war. Sie meinte, ich soll sie
> zum Arzt fahren (natürlich bittet sie nicht mal nett, meinte nur, wenn ich
> einen Termin hab, dann fällt der flach ) ... Ich war auch damit
> einverstanden, dachte mir, fahren ist ganz nett, warum nicht ... Dann bin
> ich extra heim um meinen Führerschein zu holen und wieder zurückgehetzt,
> dann heißt es, der Plan hat sich geändert. Dann hab ich 1 Stunde lang nach
> meiner Dienstzeit (6:15-8:30), bis also 9:30, alles gesäubert. Die
> Mitarbeiterin hat mich die Drecksarbeit machen lassen, ich hab ca. 80%
> gehabt, dann kommt sie dazu ...und meint ich soll mal den Eimer leeren. Ich
> hab dann gesagt, dass ich nicht alles auf einmal machen könnte, ob dass
> nicht sie kann. Dann ist sie extrem sauer geworden, meinte der Ton passt ja
> wohl gar nicht. Ich hab gesagt, ich habe eig. gar keinen Dienst mehr und
> bin trotzdem noch da !!! Dann meinte sie, sie reicht eine Beschwerde bei
> der Chefin ein :)

Ob du noch im Dienst warst, ist fraglich. Ich würde es bei der von dir dargestellten Konstellation nicht von Vornherein ausschließen. Wie sind deine Zeitangaben zu verstehen (6:15-8:30 oder 6:15-20:30?)?
Wurde dir von jemandem gesagt, dass du länger bleiben musst? Wenn ja: Von wem?

> Nun ein paar Fragen:
>
> 1. Was kann ich denn machen, wenn ich eine Beschwerde kriege bzw. eine
> Strafe? Muss ich das Zahlen, denn ich war ja offiziell nicht mehr im
> Dienst, also kann ich doch mit ihr wie mit jeder anderen Person auch reden
> (natürlich keine Beleidigungen), sie meinte nur, ich sei arrogant, etc ...

Die "Beschwerde" der Mitarbeiterin bei der "Chefin" ist rechtlich uninteressant.

Wurde dir bei Beginn deines Zivildienstes gesagt, wer dein Vorgesetzter ist?
Handelt es sich bei dieser "Mitarbeiterin" um diese Person?

Grundsätzlich musst du Weisungen _des Vorgesetzten_ befolgen. Wenn die "Mitarbeiterin" nicht deine Vorgesetzte war, scheidet die Nichtbefolgung einer Weisung bereits aus.

Wenn ein Verwaltungsstrafverfahren eingeleitet wird, musst du zunächst gar nichts bezahlen. Wir leben in einem Rechtsstaat, in dem du von der Zuständigen Behörde bzw. vom Gericht gehört werden musst. Solltest du aufgrund einer möglichen Anzeige des Vorgesetzten eine Strafverfügung bekommen, kannst du dagegen Einspruch erheben und im Verfahren umfassend Stellung nehmen.

Solltest du etwas von der Behörde bekommen, lade es hier hoch (persönliche Daten vorher schwärzen), dann können wir uns das anschauen.

> 2. DIe Behinderten sind psychisch sehr anstrengend, ich schlafe schon seit
> Beginn extrem schlecht, bin immer müde, unkonzentriert, erhole mich nicht,
> kann mich auch daheim nicht mehr entsapnnen, etc ... Wäre das nicht schon
> Grund genug für eine Krankheit aufgrund des Zivildiensts? Habe auch eine
> Nebelhöhlenentzündung, die laut HNO Arzt auf psychische Ursachen
> zurückzuführen ist ... Was sind denn meine besten Optionen?

Wenn du krankheitsbedingt dienstunfähig bist, musst du nicht arbeiten. Du musst deine Dienstverhinderung unverzüglich melden und dich _spätestens_ am nächsten Werktag (nach Beginn der Erkrankung) der Untersuchung durch einen Arzt unterziehen und die von ihm ausgestellte Bescheinigung ("Krankenstandsbescheinigung") an den Vorgesetzten übermitteln.

Wenn die Erkrankung auf den Zivildienst zurückzuführen ist, sollte der Arzt das gleich auf der Bescheinigung vermerken. Du solltest auch den Vorgesetzten sofort darüber informieren, dass es sich um eine Erkrankung infolge des Zivildienstes handelt. Dann nämlich gilt die 18-Tage-Regel nicht, wonach du automatisch entlassen wärst, wenn du länger als 18 Tage durchgehend krank wärst (es sei denn, du würdest deiner Entlassung zustimmen).

Sofern dein Arzt oder deine Ärzte dir also bestätigen, dass die Erkrankung(en) auf den Zivildienst zurückzuführen sind, lass dir das von ihnen schriftlich geben. Wenn du sogar zwei Krankheiten hast, die auf den Zivildienst zurückzuführen sind, bist du doppelt abgesichert.

> 3. Den Dienstplan so kurzfristig zu ändern, also am selben Tag noch muss
> doch rechtswidrig sein?

Bei solchen kurzfristigen "Änderungen" handelt es sich um die Anordnung von Überstunden. Das ist dann rechtlich gedeckt, wenn die zusätzliche Dienstleistung aus "zwingenden dienstlichen Erfordernissen" notwendig wird. Das kann beim von dir geschilderten Sachverhalt der Fall sein, wenn unerwartet viele Leute krank sind und die Arbeit unbedingt gemacht werden muss. Durch die Anordnung von Überstunden darf die tägliche Arbeitszeit 15 Stunden, die wöchentliche Arbeitszeit 60 Stunden nicht überschreiten. Zusätzlich muss auch bei der Anordnung von Überstunden gewährleistet sein, dass dir zwischen Beendigung des täglichen Dienstes und dem nächsten Dienst ein ununterbrochener achtstündiger Schlaf ermöglicht wird.

Grundsätzlich ist es empfehlenswert, sich als Zivildiener selbst umfassend über seine Rechte und Pflichten zu informieren. Obwohl nämlich die Rechtsträger gesetzlich dazu verpflichtet sind, die Zivildienstleistenden über ihre Rechte und Pflichten aufzuklären, zeigt die Praxis, dass eine solche Aufklärung, wenn überhaupt, vollkommen unzureichend erfolgt.

Lies dir daher zumindest die
Dienstzeitverordnung: https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassu ... 1.2016.pdf
durch.
Zwangsarbeiter1001
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Re: Beschwerde einer Mitarbeiterin

Beitrag von Zwangsarbeiter1001 »

Azby hat geschrieben:
> Zwangsarbeiter1001 hat geschrieben:
> > Ich betreue Behinderte beim Wohnen, muss eigenständig Windeln wechseln, die
> > Bewohner waschen, etc und das ganze sogar auch bei Schwerbehinderten ohne
> > spezielle Schulung. Heute hatte ich Frühdienst, dann meinte eine
> > Mitarbeiterin, dass ich länger bleiben muss, weil jemand zum Arzt muss und
> > eine andere krank war und überall Erbrochenes war. Sie meinte, ich soll sie
> > zum Arzt fahren (natürlich bittet sie nicht mal nett, meinte nur, wenn ich
> > einen Termin hab, dann fällt der flach ) ... Ich war auch damit
> > einverstanden, dachte mir, fahren ist ganz nett, warum nicht ... Dann bin
> > ich extra heim um meinen Führerschein zu holen und wieder zurückgehetzt,
> > dann heißt es, der Plan hat sich geändert. Dann hab ich 1 Stunde lang nach
> > meiner Dienstzeit (6:15-8:30), bis also 9:30, alles gesäubert. Die
> > Mitarbeiterin hat mich die Drecksarbeit machen lassen, ich hab ca. 80%
> > gehabt, dann kommt sie dazu ...und meint ich soll mal den Eimer leeren. Ich
> > hab dann gesagt, dass ich nicht alles auf einmal machen könnte, ob dass
> > nicht sie kann. Dann ist sie extrem sauer geworden, meinte der Ton passt ja
> > wohl gar nicht. Ich hab gesagt, ich habe eig. gar keinen Dienst mehr und
> > bin trotzdem noch da !!! Dann meinte sie, sie reicht eine Beschwerde bei
> > der Chefin ein :)
>
> Ob du noch im Dienst warst, ist fraglich. Ich würde es bei der von dir dargestellten
> Konstellation nicht von Vornherein ausschließen. Wie sind deine Zeitangaben zu
> verstehen (6:15-8:30 oder 6:15-20:30?)?
> Wurde dir von jemandem gesagt, dass du länger bleiben musst? Wenn ja: Von wem?
>
> > Nun ein paar Fragen:
> >
> > 1. Was kann ich denn machen, wenn ich eine Beschwerde kriege bzw. eine
> > Strafe? Muss ich das Zahlen, denn ich war ja offiziell nicht mehr im
> > Dienst, also kann ich doch mit ihr wie mit jeder anderen Person auch reden
> > (natürlich keine Beleidigungen), sie meinte nur, ich sei arrogant, etc ...
>
> Die "Beschwerde" der Mitarbeiterin bei der "Chefin" ist rechtlich
> uninteressant.
>
> Wurde dir bei Beginn deines Zivildienstes gesagt, wer dein Vorgesetzter ist?
> Handelt es sich bei dieser "Mitarbeiterin" um diese Person?
>
> Grundsätzlich musst du Weisungen _des Vorgesetzten_ befolgen. Wenn die
> "Mitarbeiterin" nicht deine Vorgesetzte war, scheidet die Nichtbefolgung
> einer Weisung bereits aus.
>
> Wenn ein Verwaltungsstrafverfahren eingeleitet wird, musst du zunächst gar nichts
> bezahlen. Wir leben in einem Rechtsstaat, in dem du von der Zuständigen Behörde bzw.
> vom Gericht gehört werden musst. Solltest du aufgrund einer möglichen Anzeige des
> Vorgesetzten eine Strafverfügung bekommen, kannst du dagegen Einspruch erheben und im
> Verfahren umfassend Stellung nehmen.
>
> Solltest du etwas von der Behörde bekommen, lade es hier hoch (persönliche Daten
> vorher schwärzen), dann können wir uns das anschauen.
>
> > 2. DIe Behinderten sind psychisch sehr anstrengend, ich schlafe schon seit
> > Beginn extrem schlecht, bin immer müde, unkonzentriert, erhole mich nicht,
> > kann mich auch daheim nicht mehr entsapnnen, etc ... Wäre das nicht schon
> > Grund genug für eine Krankheit aufgrund des Zivildiensts? Habe auch eine
> > Nebelhöhlenentzündung, die laut HNO Arzt auf psychische Ursachen
> > zurückzuführen ist ... Was sind denn meine besten Optionen?
>
> Wenn du krankheitsbedingt dienstunfähig bist, musst du nicht arbeiten. Du musst deine
> Dienstverhinderung unverzüglich melden und dich _spätestens_ am nächsten Werktag
> (nach Beginn der Erkrankung) der Untersuchung durch einen Arzt unterziehen und die
> von ihm ausgestellte Bescheinigung ("Krankenstandsbescheinigung") an den
> Vorgesetzten übermitteln.
>
> Wenn die Erkrankung auf den Zivildienst zurückzuführen ist, sollte der Arzt das
> gleich auf der Bescheinigung vermerken. Du solltest auch den Vorgesetzten sofort
> darüber informieren, dass es sich um eine Erkrankung infolge des Zivildienstes
> handelt. Dann nämlich gilt die 18-Tage-Regel nicht, wonach du automatisch entlassen
> wärst, wenn du länger als 18 Tage durchgehend krank wärst (es sei denn, du würdest
> deiner Entlassung zustimmen).
>
> Sofern dein Arzt oder deine Ärzte dir also bestätigen, dass die Erkrankung(en) auf
> den Zivildienst zurückzuführen sind, lass dir das von ihnen schriftlich geben. Wenn
> du sogar zwei Krankheiten hast, die auf den Zivildienst zurückzuführen sind, bist du
> doppelt abgesichert.
>
> > 3. Den Dienstplan so kurzfristig zu ändern, also am selben Tag noch muss
> > doch rechtswidrig sein?
>
> Bei solchen kurzfristigen "Änderungen" handelt es sich um die Anordnung von
> Überstunden. Das ist dann rechtlich gedeckt, wenn die zusätzliche Dienstleistung aus
> "zwingenden dienstlichen Erfordernissen" notwendig wird. Das kann beim von
> dir geschilderten Sachverhalt der Fall sein, wenn unerwartet viele Leute krank sind
> und die Arbeit unbedingt gemacht werden muss. Durch die Anordnung von Überstunden
> darf die tägliche Arbeitszeit 15 Stunden, die wöchentliche Arbeitszeit 60 Stunden
> nicht überschreiten. Zusätzlich muss auch bei der Anordnung von Überstunden
> gewährleistet sein, dass dir zwischen Beendigung des täglichen Dienstes und dem
> nächsten Dienst ein ununterbrochener achtstündiger Schlaf ermöglicht wird.
>
> Grundsätzlich ist es empfehlenswert, sich als Zivildiener selbst umfassend über seine
> Rechte und Pflichten zu informieren. Obwohl nämlich die Rechtsträger gesetzlich dazu
> verpflichtet sind, die Zivildienstleistenden über ihre Rechte und Pflichten
> aufzuklären, zeigt die Praxis, dass eine solche Aufklärung, wenn überhaupt,
> vollkommen unzureichend erfolgt.
>
> Lies dir daher zumindest die
> Dienstzeitverordnung:
> https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassu ... 1.2016.pdf
> durch.

Danke für die Antwort
Ich arbeite unter der Woche von 6:15 - 8:30 am Morgenund dann 15:30 bis 21 Uhr am Abend unter der Woche. Mir wurde nie gesagt, wer mein Vorgesetzer ist, es gibt in der Einrichtung ca. 7 verschiedene Mitarbeiter und ich nehme von allen Befehle entgegen. Ich dachte einfach, die Chefin ist meine Vorgesetzte. Heute hat mir eben eine Mitarbeiteirn mitgeteilt, dass ich länger bleiben muss. Ist das überhaupt legitim? Die Leiterin macht doch den Dienstplan, können das die Mitarbeiter einfach so 1 Stunde vorher ändern wie es ihnen passt? Ich war dann bis 9:30 da, hab eben gesagt dass ich eigentlich gar nicht im Dienst bin und dann meinte die Mitarbeiterin in einem strengen Ton : Bleib halt und putz oder geh ... Dann ist die Putzfrau gekommen und ich dachte mir, jetzt gehe ich.

Heute hat mich eine Nummer schon 3x angerufen (höchstwahrscheinlich von der Stelle jemand) und ich denke, dass ich ein Gespräch mit der Leiterin haben werde. (Schon das 2x, gleich am Anfang hat sie mir schon mit einer Beschwerde gedroht, weil ich angeblich frech war, etc ... ) Es ist also gut möglich, dass sie es diesmal wirklich tut.

Wie würde dass den mit der 18 Tage Regelung aussehen? Nach 18 Tagen werde ich ja automatisch entlassen, kriege ich dann einen Bescheid oder wie übermittle ich ihnen dann die Atteste? Geht das schon im Vorhinein oder erst wenn man entlassen wird?
Azby
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Re: Beschwerde einer Mitarbeiterin

Beitrag von Azby »

Zwangsarbeiter1001 hat geschrieben:
> Danke für die Antwort
> Ich arbeite unter der Woche von 6:15 - 8:30 am Morgenund dann 15:30 bis 21 Uhr am
> Abend unter der Woche.

Das ist ein sogenannter Normaldienst.
Die Dienstzeiten halte ich für bedenklich, weil in der Dienstzeitverordnung explizit angeführt ist, dass die Dienstzeit "möglichst zusammenhängend" festzulegen ist. Zwar sind auseinandergezogene Dienste grundsätzlich möglich, aber es ist eben auch auf die Bedürfnisse des Zivildieners Rücksicht zu nehmen. Das ist hier offensichtlich überhaupt nicht passiert, weil von zusammenhängend überhaupt nicht die Rede sein kann.

Was mir bei deinem Dienstplan jedenfalls auffällt ist, dass die Bestimmungen über die täglichen Ruhezeiten wahrscheinlich nicht eingehalten werden. Sie müssen dir nämlich einen ununterbrochenen achtstündigen Schlaf ermöglichen, wobei die Wegzeit zwischen Wohnung und Einrichtung (Heimfahrt und Fahrt zur Einrichtung am nächsten Tag) und die Zeit für Essen, Duschen etc. zu berücksichtigen sind. Zwischen 21 Uhr und 6:15 Uhr sind nur 9:15 Stunden. Ich zweifle stark daran, dass sich hier ein achtstündiger Schlaf ausgeht.
Aber das ist eigentlich eine andere Sache.

> Mir wurde nie gesagt, wer mein Vorgesetzer ist, es gibt in der
> Einrichtung ca. 7 verschiedene Mitarbeiter und ich nehme von allen Befehle entgegen.
> Ich dachte einfach, die Chefin ist meine Vorgesetzte. Heute hat mir eben eine
> Mitarbeiteirn mitgeteilt, dass ich länger bleiben muss. Ist das überhaupt legitim?

Die Anordnung von Überstunden kann durch den Vorgesetzten oder durch eine von ihm dazu beauftragten Person erfolgen (§ 6 Dienstzeitverordnung). Weisungen kann dir allerdings nur der Vorgesetzte selbst geben. In der Praxis zeigt sich, dass "irgendwelche Mitarbeiter" Weisungen erteilen. In der Praxis führen die Zivildiener diese Weisungen auch aus. Strafbar ist das Nichtbefolgen einer Weisung aber nur, wenn sie vom Vorgesetzten kommt.

> Die Leiterin macht doch den Dienstplan, können das die Mitarbeiter einfach so 1
> Stunde vorher ändern wie es ihnen passt?

Wie gesagt ist das grundsätzlich schon möglich. Es braucht aber immer ein zwingendes dienstliches Erfordernis. Ob das im konkreten Fall vorgelegen ist, ist eine andere Frage. Willkürlich dürfen keine Überstunden angeordnet werden.

> Ich war dann bis 9:30 da, hab eben gesagt
> dass ich eigentlich gar nicht im Dienst bin und dann meinte die Mitarbeiterin in
> einem strengen Ton : Bleib halt und putz oder geh ... Dann ist die Putzfrau gekommen
> und ich dachte mir, jetzt gehe ich.

Ich sehe hier kein strafbares Verhalten deinerseits.
Warum bist du überhaupt geblieben, nachdem sie gesagt hat, dass sich die Pläne wieder geändert haben? Unter den Voraussetzungen wäre ich davon ausgegangen, dass sich auch die angeordneten Überstunden erübrigt haben. Oder hat explizit jemand gesagt, du sollst länger bleiben, um zu putzen?

> Heute hat mich eine Nummer schon 3x angerufen (höchstwahrscheinlich von der Stelle
> jemand) und ich denke, dass ich ein Gespräch mit der Leiterin haben werde. (Schon das
> 2x, gleich am Anfang hat sie mir schon mit einer Beschwerde gedroht, weil ich
> angeblich frech war, etc ... ) Es ist also gut möglich, dass sie es diesmal wirklich
> tut.

Das kann sie ja gerne machen. Zum Abheben des Telefons bist du nicht verpflichtet.
Wenn sie dich zu einem Gespräch holen, kannst du dir das ja geben - dort solltest du jedoch keine Tatsachen eingestehen. Bleib sachlich und ruhig. Sollten sie dich bei der Bezirksverwaltungsbehörde anzeigen, warten wir das Verwaltungsstrafverfahren ab - dort kannst du dich dann gegenüber der Behörde äußern und auf eine Einstellung des Verfahrens hinwirken.


> Wie würde dass den mit der 18 Tage Regelung aussehen? Nach 18 Tagen werde ich ja
> automatisch entlassen, kriege ich dann einen Bescheid oder wie übermittle ich ihnen
> dann die Atteste? Geht das schon im Vorhinein oder erst wenn man entlassen wird?

Grundsätzlich gilt bei _mehr als_ 18-tägiger Dienstunfähigkeit wegen Krankheit die ex lege-Entlassung. Dh. ein Zivildiener ist bei mehr als 18 Tagen durchgehendem "Krankenstand" automatisch entlassen, wird von der Sozialversicherung abgemeldet und irgendwann für die restliche Zeit neu zugeteilt. Einen Bescheid erhält man nur, wenn man einen beantragt. An sonsten erhältst du von der ZISA nur ein Schreiben, in dem drin steht, dass sie von deiner Entlassung ausgehen und dich von der Sozialversicherung abgemeldet haben.

Bei einer Erkrankung, die auf den Zivildienst zurückzuführen ist, gilt diese Regelung nur, wenn du deiner Entlassung zustimmst.
Wenn du sofort mitteilst, dass die Erkrankung auf den Zivildienst zurückzuführen ist, sollte gar nichts passieren, da sie dann wissen, dass die ex lege-Entlassung nicht eintritt. Es kann natürlich sein, dass angezweifelt wird, dass du wegen des Zivildienstes krank bist - die Zivildienstserviceagentur spielt hier leider viel zu oft mit und geht von der Entlassung aus. In dem Fall muss man dann einen Bescheid anfordern, den man beim Bundesverwaltungsgericht bekämpfen kann. Hier im Forum haben wir bereits einige Fälle gehabt (Suchfunktion). Der Vorteil dieses Verfahrens ist, wenn man gewinnt, dass es sich in der Regel so lange zieht, bis der Zivildienst fertig ist. Du leistest dann natürlich praktisch keinen Dienst (weil ja alle anderen in der Zwischenzeit von deiner Entlassung ausgehen), tatsächlich warst du aber nie entlassen und leistest sozusagen tatenlos deinen Sklavendienst ab.

Wenn du dir das Verfahren sparen willst, kannst du die Atteste gleich mitschicken (gleich bei deiner Krankmeldung). Im Idealfall gleich in Kopie an die ZISA, damit die auch sofort Bescheid weiß.
Zwangsarbeiter1001
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Re: Beschwerde einer Mitarbeiterin

Beitrag von Zwangsarbeiter1001 »

Azby hat geschrieben:
> Zwangsarbeiter1001 hat geschrieben:
> > Danke für die Antwort
> > Ich arbeite unter der Woche von 6:15 - 8:30 am Morgenund dann 15:30 bis 21 Uhr
> am
> > Abend unter der Woche.
>
> Das ist ein sogenannter Normaldienst.
> Die Dienstzeiten halte ich für bedenklich, weil in der Dienstzeitverordnung explizit
> angeführt ist, dass die Dienstzeit "möglichst zusammenhängend" festzulegen
> ist. Zwar sind auseinandergezogene Dienste grundsätzlich möglich, aber es ist eben
> auch auf die Bedürfnisse des Zivildieners Rücksicht zu nehmen. Das ist hier
> offensichtlich überhaupt nicht passiert, weil von zusammenhängend überhaupt nicht die
> Rede sein kann.
>
> Was mir bei deinem Dienstplan jedenfalls auffällt ist, dass die Bestimmungen über die
> täglichen Ruhezeiten wahrscheinlich nicht eingehalten werden. Sie müssen dir nämlich
> einen ununterbrochenen achtstündigen Schlaf ermöglichen, wobei die Wegzeit zwischen
> Wohnung und Einrichtung (Heimfahrt und Fahrt zur Einrichtung am nächsten Tag) und die
> Zeit für Essen, Duschen etc. zu berücksichtigen sind. Zwischen 21 Uhr und 6:15 Uhr
> sind nur 9:15 Stunden. Ich zweifle stark daran, dass sich hier ein achtstündiger
> Schlaf ausgeht.
> Aber das ist eigentlich eine andere Sache.
>
> > Mir wurde nie gesagt, wer mein Vorgesetzer ist, es gibt in der
> > Einrichtung ca. 7 verschiedene Mitarbeiter und ich nehme von allen Befehle
> entgegen.
> > Ich dachte einfach, die Chefin ist meine Vorgesetzte. Heute hat mir eben eine
> > Mitarbeiteirn mitgeteilt, dass ich länger bleiben muss. Ist das überhaupt
> legitim?
>
> Die Anordnung von Überstunden kann durch den Vorgesetzten oder durch eine von ihm
> dazu beauftragten Person erfolgen (§ 6 Dienstzeitverordnung). Weisungen kann dir
> allerdings nur der Vorgesetzte selbst geben. In der Praxis zeigt sich, dass
> "irgendwelche Mitarbeiter" Weisungen erteilen. In der Praxis führen die
> Zivildiener diese Weisungen auch aus. Strafbar ist das Nichtbefolgen einer Weisung
> aber nur, wenn sie vom Vorgesetzten kommt.
>
> > Die Leiterin macht doch den Dienstplan, können das die Mitarbeiter einfach so 1
> > Stunde vorher ändern wie es ihnen passt?
>
> Wie gesagt ist das grundsätzlich schon möglich. Es braucht aber immer ein zwingendes
> dienstliches Erfordernis. Ob das im konkreten Fall vorgelegen ist, ist eine andere
> Frage. Willkürlich dürfen keine Überstunden angeordnet werden.
>
> > Ich war dann bis 9:30 da, hab eben gesagt
> > dass ich eigentlich gar nicht im Dienst bin und dann meinte die Mitarbeiterin in
> > einem strengen Ton : Bleib halt und putz oder geh ... Dann ist die Putzfrau
> gekommen
> > und ich dachte mir, jetzt gehe ich.
>
> Ich sehe hier kein strafbares Verhalten deinerseits.
> Warum bist du überhaupt geblieben, nachdem sie gesagt hat, dass sich die Pläne wieder
> geändert haben? Unter den Voraussetzungen wäre ich davon ausgegangen, dass sich auch
> die angeordneten Überstunden erübrigt haben. Oder hat explizit jemand gesagt, du
> sollst länger bleiben, um zu putzen?
>
> > Heute hat mich eine Nummer schon 3x angerufen (höchstwahrscheinlich von der
> Stelle
> > jemand) und ich denke, dass ich ein Gespräch mit der Leiterin haben werde.
> (Schon das
> > 2x, gleich am Anfang hat sie mir schon mit einer Beschwerde gedroht, weil ich
> > angeblich frech war, etc ... ) Es ist also gut möglich, dass sie es diesmal
> wirklich
> > tut.
>
> Das kann sie ja gerne machen. Zum Abheben des Telefons bist du nicht verpflichtet.
> Wenn sie dich zu einem Gespräch holen, kannst du dir das ja geben - dort solltest du
> jedoch keine Tatsachen eingestehen. Bleib sachlich und ruhig. Sollten sie dich bei
> der Bezirksverwaltungsbehörde anzeigen, warten wir das Verwaltungsstrafverfahren ab -
> dort kannst du dich dann gegenüber der Behörde äußern und auf eine Einstellung des
> Verfahrens hinwirken.
>
>
> > Wie würde dass den mit der 18 Tage Regelung aussehen? Nach 18 Tagen werde ich ja
> > automatisch entlassen, kriege ich dann einen Bescheid oder wie übermittle ich
> ihnen
> > dann die Atteste? Geht das schon im Vorhinein oder erst wenn man entlassen wird?
>
> Grundsätzlich gilt bei _mehr als_ 18-tägiger Dienstunfähigkeit wegen Krankheit die ex
> lege-Entlassung. Dh. ein Zivildiener ist bei mehr als 18 Tagen durchgehendem
> "Krankenstand" automatisch entlassen, wird von der Sozialversicherung
> abgemeldet und irgendwann für die restliche Zeit neu zugeteilt. Einen Bescheid erhält
> man nur, wenn man einen beantragt. An sonsten erhältst du von der ZISA nur ein
> Schreiben, in dem drin steht, dass sie von deiner Entlassung ausgehen und dich von
> der Sozialversicherung abgemeldet haben.
>
> Bei einer Erkrankung, die auf den Zivildienst zurückzuführen ist, gilt diese Regelung
> nur, wenn du deiner Entlassung zustimmst.
> Wenn du sofort mitteilst, dass die Erkrankung auf den Zivildienst zurückzuführen ist,
> sollte gar nichts passieren, da sie dann wissen, dass die ex lege-Entlassung nicht
> eintritt. Es kann natürlich sein, dass angezweifelt wird, dass du wegen des
> Zivildienstes krank bist - die Zivildienstserviceagentur spielt hier leider viel zu
> oft mit und geht von der Entlassung aus. In dem Fall muss man dann einen Bescheid
> anfordern, den man beim Bundesverwaltungsgericht bekämpfen kann. Hier im Forum haben
> wir bereits einige Fälle gehabt (Suchfunktion). Der Vorteil dieses Verfahrens ist,
> wenn man gewinnt, dass es sich in der Regel so lange zieht, bis der Zivildienst
> fertig ist. Du leistest dann natürlich praktisch keinen Dienst (weil ja alle anderen
> in der Zwischenzeit von deiner Entlassung ausgehen), tatsächlich warst du aber nie
> entlassen und leistest sozusagen tatenlos deinen Sklavendienst ab.
>
> Wenn du dir das Verfahren sparen willst, kannst du die Atteste gleich mitschicken
> (gleich bei deiner Krankmeldung). Im Idealfall gleich in Kopie an die ZISA, damit die
> auch sofort Bescheid weiß.

Bist du sicher, dass das ein Normaldienst ist? Weil ich arbeite unregelmäßig, unter der Woche die genannten Zeiten und am Wochenende bzw. Feiertagen von 9 Uhr morgens bis 8 Uhr am Abend... Zudem habe ich laut meinem Dienstplan 15 Minuten Pause am Tag. Das kann doch auch nicht stimmen. Beim Dienstplan habe ich soll Stunden 40, wo ich aber immer brav minusstunden ansammle, sodass ich diese dann am Wochenende einarbeiten kann.

Das mit den Ruhezeiten habe ich sicher nicht, da ich 50/50 arbeite und pendeln muss zwischen 2 Einrichtungen und bei einer muss ich bis 10 arbeiten...

Sie meinte eben es gibt einen Plan A und B. Bei Plan A kommt die 2. Betreuerin wie es ja auch geschehen ist aber die hat dann gemeint dass ich nicht fahren soll und stattdessen alles aufwischen soll, was mich sehr aufgeregt hat. Ich hab es dann trotzdem gemacht und zwar ohne Hilfe weil sie gesagt hat, dass ich putzen soll.

Heute war die Chefin nicht da. Ich muss eh mal mit ihr reden am Montag und dann weiß ich mehr. Ach ja, eine Mitarbeiterin ist heute persönlich geworden und hat gesagt, ich sei blöd, im Haus nicht zu brauchen und praktisch selber nur eine Art 'besserer Betreuter, was ich schon ganz schön derb finde, da ich alles mache.

Mit einem Attest von Psychiater bzw. HNO Arzt müsste ich die 18 Tage Regelung doch ziemlich sicher außer Kraft setzen, oder? Da können sie doch kaum was sagen, da ich das ja 1. nicht simuliere und 2. Der Psychiater explizit geschrieben hat, dass ich Schlafstörungen, innere Unruhe/Nervösität aufgrund des Zivilldiensts habe. Der Amtsarzt würde mir sicher nur befristete Untauglichkeit geben, was mir nichts nützt da ich nicht so viel Zeit verlieren möchte. Ansonsten könnte ich noch einfach sehr oft krank sein und sich da irgendwie durchqüalen. Mehr Optionen sehe ich nicht und ich glaube fast, die 1.ist die beste oder?
Azby
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Re: Beschwerde einer Mitarbeiterin

Beitrag von Azby »

Zwangsarbeiter1001 hat geschrieben:
> Weil ich arbeite unregelmäßig, unter
> der Woche die genannten Zeiten und am Wochenende bzw. Feiertagen von 9 Uhr morgens
> bis 8 Uhr am Abend...

Du arbeitest auch am Wochenende? Steht das so im Dienstplan?

> Zudem habe ich laut meinem Dienstplan 15 Minuten Pause am Tag.
> Das kann doch auch nicht stimmen. Beim Dienstplan habe ich soll Stunden 40, wo ich
> aber immer brav minusstunden ansammle, sodass ich diese dann am Wochenende
> einarbeiten kann.

Es gibt bei Zivildienern keine Minusstunden. Weder im Gesetz noch in der Verordnung steht, dass du eine zahlenmäßig festgelegte Sollarbeitszeit hast. Aussagen wie: "Du musst noch deine Minusstunden einarbeiten, deshalb hast du morgen (obwohl davon nix im Dienstplan steht) auch Dienst" sind rechtlich haltlos.

> Sie meinte eben es gibt einen Plan A und B. Bei Plan A kommt die 2. Betreuerin wie es
> ja auch geschehen ist aber die hat dann gemeint dass ich nicht fahren soll und
> stattdessen alles aufwischen soll, was mich sehr aufgeregt hat. Ich hab es dann
> trotzdem gemacht und zwar ohne Hilfe weil sie gesagt hat, dass ich putzen soll.

Ok. Schwer zu sagen, ob dir die Mitarbeiterin Überstunden anordnen konnte - das hängt davon ab, ob sie dafür vom Vorgesetzten beauftragt wurde. Wenn du dann aber geblieben bist und die von der Mitarbeiterin aufgetragene Arbeit gemacht hast, hast du jedenfalls keine deiner Pflichten verletzt.

> Mit einem Attest von Psychiater bzw. HNO Arzt müsste ich die 18 Tage Regelung doch
> ziemlich sicher außer Kraft setzen, oder? Da können sie doch kaum was sagen, da ich
> das ja 1. nicht simuliere und 2. Der Psychiater explizit geschrieben hat, dass ich
> Schlafstörungen, innere Unruhe/Nervösität aufgrund des Zivilldiensts habe.

Die Einrichtung hat sowieso nichts zu sagen. Sie können nur ihre Ansicht der ZISA kundtun. Die müsste dann beurteilen, ob die Erkrankung auf den Zivildienst zurückzuführen ist, wofür sie einen Amtsarzt brauchen. Dabei hast du mit den Attesten gute Karten.

Die 18-Tage-Regel gilt dann nicht, wenn du deiner Entlassung nicht zustimmst.
Wichtig ist aber, dass du Beginn und die Verlängerungen des "Krankenstandes" immer fristgerecht an den Vorgesetzten meldest/übermittelst, um den Sklaventreibern ja keinen Anhaltspunkt zu liefern, dir rechtlich einen Strick zu drehen.
abschaffen
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Re: Beschwerde einer Mitarbeiterin

Beitrag von abschaffen »

Zwangsarbeiter1001 hat geschrieben:

> 2. DIe Behinderten sind psychisch sehr anstrengend, ich schlafe schon seit
> Beginn extrem schlecht, bin immer müde, unkonzentriert, erhole mich nicht,
> kann mich auch daheim nicht mehr entsapnnen, etc ... Wäre das nicht schon
> Grund genug für eine Krankheit aufgrund des Zivildiensts? Habe auch eine
> Nebelhöhlenentzündung, die laut HNO Arzt auf psychische Ursachen
> zurückzuführen ist ... Was sind denn meine besten Optionen?

Schauen, ob ein Psychiater ein durch diese Umstände und explizites Mobbing verursachtes Burnout diagnostiziert und dann die restliche Zeit dienstunfähig sein. Der HNO soll die psychosomatische Genese ausdrücklich in seinen Befund schreiben. Dann solltest Du Dich um nachweislich um einen Psychotherapieplatz (auf Kassenkosten) bemühen, um das alles behandeln zu lassen. Allein das Freiwerden eines Kassenplatzes wird ziemlich lange dauern. Aber irgendwann wird es darauf ankommen, ob Du irgendwelche Therapien in Anspruch genommen hast oder nicht, und Du wirst Dir in den Arsch beißen, wenn Du nichts unternommen hast: Zuerst wegen Simulationsunterstellungen und später im Leben wegen möglichen Langzeitfolgen der Erkrankung!

> Ach ja, eine Mitarbeiterin ist heute persönlich geworden und hat gesagt, ich sei blöd, im Haus nicht zu brauchen und praktisch
> selber nur eine Art 'besserer Betreuter, was ich schon ganz schön derb finde, da ich alles mache.

Du solltest ein Mobbingtagebuch führen. Datum, ungefähre Uhrzeit, Wortlaut.
Zwangsarbeiter1001
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Re: Beschwerde einer Mitarbeiterin

Beitrag von Zwangsarbeiter1001 »

Azby hat geschrieben:
> Zwangsarbeiter1001 hat geschrieben:
> > Weil ich arbeite unregelmäßig, unter
> > der Woche die genannten Zeiten und am Wochenende bzw. Feiertagen von 9 Uhr
> morgens
> > bis 8 Uhr am Abend...
>
> Du arbeitest auch am Wochenende? Steht das so im Dienstplan?

Ich arbeite auch am Wochenende, vielleicht von 10 Samstagen und Sonntagen min. 7 im Monat. Das steht so im DIenstplan.


>Schauen, ob ein Psychiater ein durch diese Umstände und explizites Mobbing verursachtes Burnout diagnostiziert und dann die restliche Zeit >dienstunfähig sein. Der HNO soll die psychosomatische Genese ausdrücklich in seinen Befund schreiben. Dann solltest Du Dich um nachweislich um einen >Psychotherapieplatz (auf Kassenkosten) bemühen, um das alles behandeln zu lassen. Allein das Freiwerden eines Kassenplatzes wird ziemlich lange >dauern. Aber irgendwann wird es darauf ankommen, ob Du irgendwelche Therapien in Anspruch genommen hast oder nicht, und Du wirst Dir in den >Arsch beißen, wenn Du nichts unternommen hast: Zuerst wegen Simulationsunterstellungen und später im Leben wegen möglichen Langzeitfolgen der >Erkrankung!

> Ach ja, eine Mitarbeiterin ist heute persönlich geworden und hat gesagt, ich sei blöd, im Haus nicht zu brauchen und praktisch
> selber nur eine Art 'besserer Betreuter, was ich schon ganz schön derb finde, da ich alles mache.

>Du solltest ein Mobbingtagebuch führen. Datum, ungefähre Uhrzeit, Wortlaut.

Werde ich in Zukunft dokumentieren und nun langsam die Termine ausmachen, um die ganzen Atteste zu sammeln. Ich weiß nicht genau, wann ich dann länger als 18 - Tage in den Krankenstand gehe, aber wenn die Mitarbeiter sich weiterhin so verhalten und die Chefin auch kein Verständnis zeigt, wird es nicht allzu lange dauern. Nächste Woche rede ich eh mal mit ihr und dann weiß ich, was sie machen wird.
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