Regierung einigt sich auf keine Zivildienst-Reform

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Flose
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Regierung einigt sich auf keine Zivildienst-Reform

Beitrag von Flose »

In der heute vorgestellten Nicht-Reform des Zivildienstes wird mit der Wiedereinführung einer Grundausbildung für Zivis lediglich ein Fehler der Vergangenheit repariert. Die gemeinsame Grundausbildung wurde unter Schwarz/Blau abgeschafft, um Zivis länger bei den Einrichtungen verfügbar zu machen.

Der Kernpunkt, eine gleiche Dienstdauer, wurde abgelehnt. Damit wurde im bereich Gleichstellung von Zivil- und Wehrdienst kein Fortschritt erreicht und bestehende Ungerechtigkeiten einzementiert.

Florian Seidl
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thomas007
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Re: Regierung einigt sich auf keine Zivildienst-Reform

Beitrag von thomas007 »

Was ist die gemeinsame Grundausbildung? Im Standardartikel hätte ich davon nichts gelesen.

Einzementiert wurde das ganze wohl schon mit der Volksbefragung, nach der auch die SPÖ plötzlich nichts mehr von davon wissen wollte, dass uns das Sozialsystem auch gerechte Löhne wert sein muss.
Flose
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Re: Regierung einigt sich auf keine Zivildienst-Reform

Beitrag von Flose »

Daenemarker
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Re: Regierung einigt sich auf keine Zivildienst-Reform

Beitrag von Daenemarker »

Kerschbaum redet um den heißen Brei herum. Irgendwie hab ich darauf gewartet, dass er eine Anhebung der Zivildienstdauer fordert, einfach nur damit man Zivildiener noch länger ausbeuten kann.
Auf das Argument der Arbeitsplatzverdrängung geht er überhaupt nicht ein.
Und das auf keinem der Fragebögen eine kürzere Zivildienstzeit gefordert wurde kann ich mir nur so erklären, dass es diese Option einfach nicht gab, wie bei der GWD-Befragung durch Klug.
thomas007
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Re: Regierung einigt sich auf keine Zivildienst-Reform

Beitrag von thomas007 »

Die Reform ist ein schlechter Witz.
Kerschbaum lobt das Zustandekommen der Reform - die Regierung und die größten Organisationen sind sich schnell einig, warum denn auch nicht, wenn der Gegenpart von den Diskussionen ausgeschlossen ist.

Wie man sich hinstellen und behaupten kann - beispielweise - die Anrechenbarkeit des FSJ wäre ein großer Fortschritt...wir dürfen gespannt sein wieviele junge Männer sich jetzt 12 Monate für 220 € verpflichten.
Zu meiner Zeit hat die Ausbildung zum Rettungssanitäter übrigens nur 2 Monate gedauert, nicht 3 wie Kerschbaum behauptet.
Azby
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Re: Regierung einigt sich auf keine Zivildienst-Reform

Beitrag von Azby »

thomas007 wrote:
> Die Reform ist ein schlechter Witz.
> Kerschbaum lobt das Zustandekommen der Reform - die Regierung und die
> größten Organisationen sind sich schnell einig, warum denn auch nicht, wenn
> der Gegenpart von den Diskussionen ausgeschlossen ist.

100%ige Zustimmung.
Natürlich ist diese "Reform" für die Organisationen ein großer Wurf, wird diese Neuerung ja als große Reform infolge des Ausgangs der Volksbefragung angepriesen. Damit sind sie die Problematik los, können sich auf eine Zustimmung durch die Bevölkerung für weitere Ausbeutung berufen und mussten unterm Strich keine Einbußen hinnehmen, was den Umfang der Ausbeutung angeht. Im Gegenteil _können_ sich jetzt auch Frauen freiwillig der Ausbeutung hingeben. Die Tatsache, dass der Kerschbaum selbst nicht glaubt, dass sich da viele melden, zeigt ja schon, dass er selbst erkennt, dass die Ausbeutung durch die Organisationen nur für sie selbst attraktiv ist und sich das keiner oder kaum einer freiwillig antut.

> Zu meiner Zeit hat die Ausbildung zum Rettungssanitäter übrigens nur 2
> Monate gedauert, nicht 3 wie Kerschbaum behauptet.

Das war bei mir auch noch so und ist auch heute noch so. Aber wenn man die Fakten verdreht und so darstellt, als müssten sie dem Zivildiener bei einer 6-monatigen Dienstzeit die Hälfte der Zeit nur für die Ausbildung nichts zahlen und nur mehr die verbleibende Hälfte der Dienstzeit zum Nulltarif nutzen können, schlägt das natürlich besser ein, als wenn man ein Verhältnis von 2 zu 4 Monaten darstellt.

Mich hat's ja gewundert, dass er sich nicht noch die "großzügigen" 2 Wochen Dienstfreistellung angemerkt hat, die ja einen super Vorteil für die Zivildiener darstellen und zu 2 Wochen weniger Ausbeutung führen. Praktisch eine Art Urlaub für Arme - das entspricht einem Jahresurlaub von 2,67 Wochen, also ca. der Hälfte dessen, was in der normalen Arbeitswelt gesetzlich geregelt ist.

Die Organisationen haben also erreicht, was sie wollen:
* sie ersetzen weiterhin normales Personal, das kollektivvertraglich entlohnt werden müsste, durch subventionierte Sklavenarbeiter (obwohl das nach dem ZDG nicht erlaubt ist)
* sie müssen keine Einschränkung in der Ausbeutungsdauer hinnehmen (weiterhin 9 Monate Sklavenarbeit)
* sie behaupten mit breiter Brust, den Zivildienst durch diese Reform attraktiviert zu haben (durch irgendwelche Pseudoausbildungen, die idR für die Zivis wertlos sind)
* sie stehen in der Bevölkerung weiterhin als Garant für ein funktionierendes Sozialsystem, weil es ihnen durch falsche Panikmache gelungen ist, den Leuten in den Kopf zu setzen, dass wir ohne Zivildiener chaotische Zustände bekommen.

Und das alles lässt sich gegen gerade erst 18 Jahre alt gewordene Staatsbürger natürlich einfach durchsetzen, die ihr Wahlrecht erst 2 Jahre zuvor erworben haben und in der Realität praktisch unvertreten sind. Bei aller vermeintlicher Anerkennung der großen Leistungen der Zivildiener bleiben die Zivis in den Augen des Durchschnittsösterreichers halt die Versager der Nation, die für ihre verachtenswerte Haltung ruhig ein bisschen rangenommen werden dürfen - zum Wohle der Allgemeinheit versteht sich. :roll:
thomas007
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Re: Regierung einigt sich auf keine Zivildienst-Reform

Beitrag von thomas007 »

Falls sich jemand dafür interessiert wie diese "Reform" genau aussehen wird: http://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXI ... ndex.shtml


Ich fasse zusammen:
Wer stand nicht vor dem Problem nach dem freiwilligen Sozialen Jahr (für 220€/Monat) trotzdem noch den Zivildienst ableisten zu müssen? Jetzt nicht mehr!
Fandet ihr es ernüchternd durch euren Einsatz als Zivildiener einen Hilfsarbeiter arbeitslos gemacht zu haben? Im Sinne der Bekämpfung des Sozialgefälles dürft ihr nun endlich einer qualifizierten Arbeitskraft den Job stehlen! Ihr kriegt zwar nicht mehr Geld für höherwertige Tätigkeiten, aber der Dank der Belegschaft ist euch sicher.
Die Organisationen können euch in Zukunft auch auf Kosten des Staates ausbilden, um euch noch profitabler einsetzen zu können.
Für die Übermittlung der Krankenstandsbestätigung an die Einrichtung habt ihr in Zukunft sieben Tage Zeit, statt wie bisher einen. Nichts einzuwenden.


Das wars, dafür hatte die Regierung ein halbes Jahr Zeit seit der Volksbefragung.
gebaobao
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Re: Regierung einigt sich auf keine Zivildienst-Reform

Beitrag von gebaobao »

Irgendwie hab ich darauf gewartet, dass er eine Anhebung der Zivildienstdauer fordert, einfach nur damit man Zivildiener noch länger ausbeuten kann.
Auf das Argument der Arbeitsplatzverdrängung geht er überhaupt nicht ein.
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