Echt wenig los hier..!

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EssenFürRäder
Jungzivi
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Echt wenig los hier..!

Beitrag von EssenFürRäder »

Was haltet ihr von Krankentransporten?
Friss oder stirb! Oder ne, lass ma...
Azby
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Re: Echt wenig los hier..!

Beitrag von Azby »

Aufgrund meiner persönlichen Erfahrung beim ASB bin ich der Meinung, dass hier vieles unnötig ist. Das System ist hier viel zu offen und gewährt viel zu vielen Leuten überteuerte Transportleistungen.
Die RKD-Organisationen argumentieren immer, sie brauchen Zivis so dringend, weil sonst der RKD nicht aufrecht erhalten werden könnte. Gleichzeitig ist der Krankentransport der Geldbringer für die Organisationen, da die Krankentransporte, auch wenn sie pro Transport weniger Umsatz bringen, schneller gehen und von Vornherein geplant werden können, sodass die Ressourcen effizienter eingesetzt werden können als beim Rettungsdienst, wo u.U. 2 RTWs den ganzen Tag unnötig herumstehen, um die Qualität des Rettungsdienstes im Ernstfall gewährleisten zu können.
Zugleich zeigt sich aber auch das Bild, dass die Krankenkassen, zumindest im Durchschnitt, nicht gerade gut aufgestellt sind und hier einiges Geld mMn zum Fenster rausgeworfen wird.
Wenn ich mich so an meinen ZD zurückerinnere, wären sicherlich mindestens ein Drittel der Krankentransporte ohne irdendwelche Probleme durch Taxis durchführbar gewesen.
Ich lass mir durchaus einreden, dass manche Patienten auf Krankenkassakosten transportiert werden, zB wenn man alle 2 Tage zur Dialyse muss. Jene Patienten, die allerdings keine sonstigen Einschränkungen haben und problemlos gehen können, könnten durchaus auch Taxis bezahlt bekommen, die, egal ob sie jetzt pauschal oder zum regulären Taxameter-Tarif abrechnen würden, weniger als ein Drittel eines Krankentransportes kosten würden. Denn niemand kann mir erzählen, dass solche Leute ausgebildete Rettungssanitäter für den Transport brauchen. Damit wäre mMn allen geholfen. Der Patient kann sich sein Taxi bestellen, das sicherlich zuverlässiger kommt, als ein Krankentransport. Die Taxi-Branche hätte zusätzlichen Umsatz. Die Krankenkassen würden Geld einsparen. Die Zivi-Stellen wären nicht notwendig und die Zivis könnten ihrem normalen Leben nachgehen, weil der Zivildienst, der ja gemeinsam mit der Wehrpflicht großteils über die Notwendigkeit für den RKD gerechtfertigt wird, obsolet wäre. Der Bund würde haufenweise Geld einsparen, das für das Zwangsarbeitssystem draufgeht, junge Männer könnten ein Jahr früher zum Arbeiten beginnen bzw. müssten ihre reguläre Arbeit nicht unterbrechen und würden Steuern zahlen, anstatt (geringe) Zuwendungen aus dem Budget zu bekommen. Die Hälfte der eingesparten Gelder könnte den RKD-Organisationen als Subvention gegeben werden. Die wenigen Plätze, wo die (dann ehemaligen) Zivildiener wirklich fehlen würden, könnte man durch ein gerecht bezahltes Freiwilligensystem ersetzen, für das vielleicht die zweite Hälfte der eingesparten Bundesgelder aufgewendet werden müsste - unterm Strich bliebe dem Staat immer noch der Vorteil aus der Tatsache, dass die Doch-nicht-Zivis Steuern zahlen, anstatt vom Steuergeld "bezahlt" zu werden.
Und alle wären glücklich...
thomas007
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Re: Echt wenig los hier..!

Beitrag von thomas007 »

Dem kann ich nur zustimmen. Neben den unnötigen Transporten (dazu zähle ich alle Patienten, die noch selbst gehen können und auch sonst nicht besonders gefährdet sind) sollte man mMn auch die Höhe der Leistungen der Krankenkasse überdenken. Insbesondere wenn ein Zivildiener im Fahrzeug sitzt sollte beachtet werden, dass die Blaulichtorganisationen kaum Personalkosten haben. Bei (illegalen) Zivibombern dürfte natürlich überhaupt nur eine Aufwandsentschädigung bezahlt werden...
Das Rettungswesen sollte dagegen kostendeckend gestaltet sein und sich nicht (wie bisher) teilweise aus Krankentransporten finanzieren.

Generell denke ich, das im Gesundheitswesen viel Geld eingespart werden könnte, ohne die Leistungen zu verringern. Weiteres Beispiel - Wiener Donauinsel: Die Allgemeinheit zahl gutes Geld an eine Rettungsorganisation, damit diese Sanitäter zur Verfügung stellt, die für Erste Hilfe (mit dürftiger Ausrüstung) zur Verfügung stehen. Was unerwähnt bleibt ist, dass eben diese Sanitäter praktisch ausnahmslos bereits von der Allgemeinheit bezahlt wurden - es handelt sich also um Zivildiener. Den "Mittelmann" könnte man leicht übergehen.
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EssenFürRäder
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Re: Echt wenig los hier..!

Beitrag von EssenFürRäder »

Sehe ich genauso wie ihr auch! Eine Reform wäre wirklich dringend nötig. Allein eine bessere Bezahlung würde vieles ausgleichen. Zumal die Läden ja oft genug nur durch Zivis gestützt werden - und wir sollen dann auch noch Menschen retten! Für mich ist der Rettungsdienst im aktiven Bereich nichts, da würde ich echt jeden Tag meines Lebens verzweifeln..

Ich hab mir überlegt mein Glück bei einer Leitstelle zu versuchen. So wie ich das gelesen hab, braucht man dort auch Ahnung, um eine Ersthilfe zu gewährleisten und man ist irgendwie übergeordnet in das System mit eingebunden.. Ich würde halt schon gerne irgendwie im Rettungsbereich bleiben, aber für Medizin zu studieren beispielsweise fehlt mir das Geld und auch die Geduld.. Was meint ihr dazu?
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sailaway
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Re: Echt wenig los hier..!

Beitrag von sailaway »

Bei der Leitstelle? Na dann guck dir mal deren Seiten an, ich kenn jetzt zum Beispiel die der Leitstelle Tirol und da kann man auf der hp auch gut nachlesen was die Anforderungen sind: http://www.leitstelle-tirol.at/Anforderungen.52.0.html
Vielleicht kann ja einer hier im Forum noch mehr erzählen zu der Ausbildung?
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EssenFürRäder
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Re: Echt wenig los hier..!

Beitrag von EssenFürRäder »

Oha.. ja, da hätte ich mal selbst drauf kommen können und google sollen. Die Anforderungen sind echt hart! Hab mich da jetzt ein wenig durchgeklickt - danke für den Link sailaway - die machen wirklich viel.. Hatte gedacht, dass die einfach nur die Notfälle weiterleiten und ein wenig Standardflosskeln vor sich hinbeten, aber anscheinend gehts da wirklich um richtige Betreuung der Opfer bis die Rettung dann tatsächlich am Einsatzort ist. Das erfordert natürlich schon gute Kenntnisse! Hätte ich nicht erwartet, aber leuchtet mir jetzt total ein. Kann denn jemand was zur Ausbildung sagen? Würde natürlich bedeuten, dass er/sie dort arbeitet und ich glaube, dass wir da eher nicht fündig werden. Würd mich aber irgendwie doch stark interessieren.. Schnittstelle zwischen Einsatzkräften und Opfern zu sein, fordert auf jeden Fall sehr viel an Verantwortung ab!
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