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 Betreff des Beitrags: Seltsame Vorwürfe.
BeitragVerfasst: Montag 8. Februar 2010, 22:02 
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Ein Zivildiener meines Heimes war zu einem Leiter des Heims beordert worden, wo man ihm einige seltsame Dinge vorwarf.

Er würde zuviele Verfehlungen begehen. Beispiel: Er hätte eine Teekanne ausgeleert, anstatt sie auszuleeren, ohne noch ein Glas abzufüllen. Nicht ganz gut, aber für eine schwere Dienstpflichtverletzung reicht das wohl kaum.

Es gab noch einige andere ähnliche Vorwürfe, die aber ähnliche Dinge behaupteten und daraus ihm den "Du bist unfähig für alles" Strick um den Hals zu drehen versuchten.

Er durfte sich im Verlauf des Gesprächs noch als paranoid bezeichnen lassen, da Er annahm, dass das Essen nicht in Ordnung gewesen sei, weil ihm unmittelbar nach dessen Einnahme übel wurde.

Worum es ging bemerkte er allerdings erst, als ihm dieser NLP-getränkte Vorgesetzte auf einen Vorfall aus dem Nachtdienst ansprach. Mitten in der Nacht drangen einige Personen, etwas angeheitert und dementsprechend laut in den Eingangsbereich ein. Leider gingen sie auch durch die Station, auf der er alleine Nachtdienst hatte. Er rief natürlich sofort die ihm übergeordnete Station an, die Schwester dort rief den Pfleger der Nachbarstation an, mit diesem ging er in das Stiegenhaus, in dem er sie verschwinden sah. Aus dem Keller war starker Lärm zu vernehmen. Der Pfleger stellte einen Zusammenhang zu hausfremden Personen, die gerne im Haus herumstreuenen und Trinkgelage veranstalten her. Nachdem niemand sonderlich daran interessiert ist, in einen Keller voll von betrunkenen zu gehen kam er zum Schluss, dass man besser die Polizei heranziehen solle. Der Zivildiener folgte ausschließlich seinen Anweisungen. Als er herausfand, dass er sein Handy nicht sichhatte rief der Zivildiener von meinem Handy die Polizei an, der Pfleger versperrte die Türen, der Zivildiener wartete vor dem Eingang auf die Polizei.

Als diese in den Keller vordrang fand sie - die Direktion nach einem Betriebsausflug im hauseigenen Partykeller. Die Polizei zog sich zurück, lies sich nur den Vorfall protokollieren und zog wieder ab. Dass es sich um einen Fehleinsatz handelte störte die Polizei nicht weiter.

Der Zivildiener realisierte den Zweck seiner Bestellung in das Büro dieses Subjekts. In den Folgenden Sekunden schwankte er zwischen dem Bestreben, dieses Subjekt maßzuregelen, da er mutmaßlich daran mitgewirkt hatte dass durch ein Fehlverhalten ein größerer Polizeieinsatz ausgelöst wurde oder dem Versuch, den Verlauf der Dinge so zusammenzufassen, dass sie auch für einen NLP-Verstand nicht sophistisch obskurantierbar würden. Er kam mir zuvor und drückte mir in zweideutiger Weise aus, dass mein Verhalten falsch gewesen wäre. Die Zweideutigkeit war allerdings unvermeidlich. Wer sagt schon gerne, dass es ihm unangenehm sei, in einen solchen zustand am Arbeitsplatz erwischt zu werden, noch dazu von der Polizei. Auf die Frage, ob er das nächste Mal lärmende Gestalten in der Eingangshalle nachts tolerieren sollte erhielt er keine klare Antwort. Das nächste Mal werden sich die Zivildiener in einer solchen Situation im WC einsperren.

Ich weiß nicht, was ärgerlicher ist: Dass eine solche Person (nicht mein Vorgesetzter im übrigen, den gibt es nicht) ihr nächtliches Fehlverhalten an einem Zivildiener abzustreifen versucht oder sichungeachtet meiner Arbeit, der der Zivildiener aus irgendeinem Grund noch sehr intensiv nachkommt zum letzten Idioten erklärt. Er führt die Arbeiten des Pflegepersonals zu seinen aus, wenn dieses wie üblich Kaffee trinkt, anstatt zu arbeiten. Er führt auch Pflegetätigkeiten aus, Er ist einer der wenigen Zivildiener dieser Einrichtung, die im Nachtdienst die Katheter ausleeren und alle Stunden auf Kontrollgang gehen. In Summe kommt er sich etwas zum Narren gehalten vor.

Wenn nun etwas interessanter ist, als die ihm bevorstehende Laufbahn als Stiegenhausreinigungszivildiener: Zählt dieses Gespräch als Verwarnung oder würde er da noch etwas schriftliches bekommen? Bzw. wäre Ich dankbar, falls jemand Ideen für den Umgang mit solchen NLP-Gestalten hat. Mit der ZISA wurde Kontakt aufgenommen.

EDIT aus Anonymitätsgründen.


Zuletzt geändert von Liberaler Linzer am Donnerstag 25. Februar 2010, 18:06, insgesamt 2-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Seltsame Vorwürfe.
BeitragVerfasst: Dienstag 9. Februar 2010, 11:04 
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Deine Handlung war durchaus nachvollzieh- und vertretbar. Dass es dem erwischten Personal unangenehm ist und es natürlich einfacher ist, sich am schwächsten Glied in der Kette (dem Zivildiener, der in ein paar Monaten ohnehin wieder weg ist) abzustreifen, anstatt am Pfleger, der deine Handlungen vorgegeben hat, ist natürlich klar - sowas ist kennzeichnend für Organisationen, die sich lieber Zivildiener, statt "echtem" Personal anstellen und dann statt froh darüber zu sein, dass es Zivildiener überhaupt gibt, diese noch herabwürdigend behandeln, weil sie ja eh "niemand" sind. Aber gut, so ist es halt.
Nichts desto trotz hat deine Handlung bzw. dieses Gespräch keine rechtliche Konsequenz für dich. Das Rufen der Polizei in diesem Fall ist durchaus gerechtfertigt - schließlich ist es nicht deine Aufgabe als Zivildiener, dich selbst in Gefahr zu begeben und nachzuschauen, wer da unten Wirbel macht. Es hätten genausogut Einbrecher oder besoffene Fremde sein können. Und wie gesagt: Du hast ja nur den Notruf getätigt - auf Anweisung deines Pflegers.
Die anderen "Übertretungen" sind irrelevant und übertrieben kleinlich. Wenn sie mit solchen "Fehlhandlungen" irgendwelche rechtlichen Konsequenzen bei der ZISA rechtfertigen wollen, machen sie sich nur lächerlich - genauso mit dem Polizeieinsatz. Aber ich nehme mal an, es wird ihnen peinlich genug sein, dass sie das in alle Ewigkeit totschweigen werden.
Solchen Leuten solltest du auf gleicher Augenhöhe begegnen. Wenn der Direktor meint, du bist schuld, sag ihm, dass [u]er[/u] und seine Kollegen selbst schuld sind, wenn sie sich volllaufen lassen und dann um Mitternacht ins Pflegeheim einkehren, um dort einen Krawall zu machen, ohne dass jemand informiert ist - wenn er ein bisschen Gehirn hat, sollte ihm klar sein, was man als nichtsahnender Mitarbeiter/Zivildiener für Vermutungen anstellt, wenn unangemeldeterweise solche Geräusche aus dem Keller zu hören sind. Ganz allgemein würde ich mich von solchen Gestalten nicht heruntermachen lassen. Dafür bist du nicht dort. Im Fall von Mobbing etc. ist das an die ZISA zu melden - auch wenn die sich dafür tatsächlich wohl wenig interessiert. Weitere Schritte sind Krankenstand aufgrund deiner psychischen Situation, wenn die Behandlung so andauert und Beschränkung deiner Tätigkeit auf das dringend notwendige - handeln nur auf direkte Anweisung - wie ein Roboter. Des Weiteren musst du rechtliche Übertretungen deiner Einrichtung, was die Behandlung der Zivildiener bzw. deiner Person angeht natürlich sofort aufdecken (Übertretungen der Dienstzeitverordnung kannst du nicht dulden, genauso wie unerlaubt nicht ausgezahltes Verpflegungsgeld - zB wenn du im Krankenstand daheim bist und die Mahlzeiten in deiner Einrichtung nicht einnehmen kannst).


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 Betreff des Beitrags: Re: Seltsame Vorwürfe.
BeitragVerfasst: Dienstag 9. Februar 2010, 22:23 
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Beiträge: 143
Alleine Nachtdienst auf einer Station mit Pflegertätigkeiten, da fällt mir mehr ein als Krankenstand. So gegen Ende des Zivis.


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 Betreff des Beitrags: Re: Seltsame Vorwürfe.
BeitragVerfasst: Mittwoch 10. Februar 2010, 00:55 
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Registriert: Donnerstag 10. April 2008, 21:54
Beiträge: 239
Stimmt - wenn du alleine Dienst schiebst, bist du nicht beaufsichtigt, was aber vom ZDG verlangt wird. Andererseits kann keiner kontrollieren, was du wirklich machst, wenn sie dich nicht beaufsichtigen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Seltsame Vorwürfe.
BeitragVerfasst: Mittwoch 10. Februar 2010, 18:34 
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Beiträge: 108
> Bzw. wäre
> Ich dankbar, falls jemand Ideen für den Umgang mit solchen NLP-Gestalten
> hat.

Das geht nur, indem Du es übst, und zwar mit stärkeren Gegnern.

Nachdem Dich dieser Vorgesetzte anscheinend niedergemäht hat, ist er ein gutes Übungsobjekt für weitere Diskussionen. Zum Beispiel könntest Du noch einmal unter vier Augen auf die Sache zurückkommen, weil Du über das Gespräch nachgedacht hast und der Meinung bist, er sei mit Deinem Verhalten nicht einverstanden gewesen. Jetzt kommst Du nochmals, um einige Dinge klarzustellen. ER hat unten getschechert (macht sicher einen guten Eindruck, wenn zufällig Angehörige wegen eines Krankheits- oder Todesfalles auftauchen und die Führungsebene nach Hause torkeln sehen etc.), und DU hast gemeinsam mit dem Pfleger für Ordnung gesorgt. Das ist alles. Das wird er nicht auf sich sitzen lassen, und beim folgenden Wortwechsel kannst Du Deine Fähigkeiten verbessern. Vielleicht wirst Du wieder verlieren und zähneknirschend abziehen, aber Du hast bestimmt wieder einiges dazugelernt.

Im weiteren Leben hast Du solche günstigen Möglichkeiten wahrscheinlich nicht mehr, weil Dich nur Leute schikanieren, von denen Du abhängig bist (z.B. von einem Chef, der Dich arbeitslos machen kann, oder von einem Handyräuber, der Dich "Krankenhaus machen" kann etc.).

Ansonsten gibt es in vielen Volkshochschulen Schlagfertigkeitsseminare, die bestimmt nicht schlecht sind.

P.S.: Beleidigungen und Drohungen nur im Ausnahmefall, der in diesem Zusammenhang NIEMALS gegeben ist.


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